TÜRKEI UND MIGRATION

Die Türkei befindet sich am Knotenpunkt der Kontinente Europa, Asien und Afrika. Aufgrund ihrer Nähe zur Europäischen Union (EU) und zu Staaten des Nahen und Mittleren Ostens sowie Nord Afrikas ist die Türkei ein wichtiger Akteur im Hinblick auf die Wanderunsbewegung in der Region. Die Türkei hat sich von einem vornehmlichen Entsende- zu einem Transit- und Einwanderungsland entwickelt.

Am 3. Oktober 2005 hat die EU die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei eröffnet. Die Verhandlungsaufnahme hat kontroverse Diskussionen nicht nur unter Akademikern, sondern auch unter politischen Entscheidungsträgern ausgelöst. Die Mitglieder der EU sorgen sich unter anderem um eine Zuwanderung aus der Türkei in die EU. Die Ängste vieler Europäer betreffen außerdem die erwarteten Ströme von irregulärer Migranten in die EU zwischen der Türkei und den nahe liegenden Staaten Russland, Ukraine, Iran und Irak.

Aufgrund der engen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland sowie einer großen türkischen Diaspora ist eine weitere Intensivierung des Wanderungsgeschehens zwischen beiden Ländern wahrscheinlich. Eine wissenschaftliche Analyse der wirtschaftlichen und sozio-politischen Folgen eines möglichen EU-Beitritts der Türkei auf die Migrationsbewegungen zwischen beiden Ländern ist daher von hoher Relevanz.

Forschungsschwerpunkte:

  • Türkei als Transit-, Einwanderungs- und Entsendeland von Migranten: Vergangene Prozesse, aktueller Stand und zukünftige Trends;
  • Arbeitsmarktrelevante Aspekte der türkischen Zuwanderung nach Deutschland;
  • Push- und Pull-Faktoren des Migrationsgeschehens zwischen der Türkei und Deutschland;
  • Politische Aspekte der Migration im Zusammenhang eines möglichen EU-Beitritts der Türkei.

Das Projekt wird aus Mitteln der Claussen-Simon-Stiftung gefördert.

Ansprechpartner:

Helmut Schmidt-Stipendium:

Prof. Dr. Thomas Straubhaar erhielt 2009 das erste Helmut Schmidt-Stipendium der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Er wird das Stipendium an der Transatlantic Academy in Washington DC, im Laufe des Studienjahres 2009/2010 wahrnehmen. Zu deren Jahresthema "Turkey and its Neighbors: Implications for the Transatlantic Relationship" wird Prof. Straubhaar untersuchen, wie sich die (Nicht)-Aufnahme der Türkei in die Europäische Union auf die Ursachen und Folgen der Migration zwischen der Türkei und der EU auswirken wird.

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Update 06/10:
Europa: globaler Akteur oder bedeutungsloses Anhängsel


Jahresgutachten 2010 des SVR

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