Female Entrepreneurship – Evidence from Germany and the Baltic Sea Region

Mitfinanziert von der Europäischen Union (European Regional Development Fund and European Neighbourhood and Partnership Instrument) als ein Teil des Projekts "QUICK IGA".

In vielen Ländern ist die Selbstständigenrate von Frauen immer noch niedriger als die von Männern. Da erfolgreiches Unternehmertum als ein wichtiges Kriterium für wirtschaftliches Wachstum betrachtet wird, drängt sich die Frage auf, ob gleiche Gründungsbedingungen für Männer und Frauen existieren. Sollte das nicht der Fall sein, verpassen Länder die Chance von den kompletten Vorteilen von Unternehmertum zu profitieren, weil (Eintritts-)Barrieren verhindern, dass Frauen eine spezifische Marktnachfrage abdecken können.

Unser Literaturüberblick zeigt, dass Unterschiede im Erfolg der von Frauen geführten oder von Männern geführten Unternehmen zum größten Teil mit Unterschieden in der Industriezugehörigkeit, Firmengröße und regionalen Standortwahl erklärt werden können. Unterschiede in den wahrnehmungsgeprägten und psychologischen Variablen scheinen die verbleibenden Abweichungen zu erklären. Unsere Datenauswertungen für die Länder im Ostseeraum bestätigen das, denn auch sie belegen die besagten Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Weiterhin haben wir Daten von Unternehmerinnen in Deutschland im Rahmen einer Online-Befragung gesammelt. Die Auswertungen zeigen, dass unter Zuhilfenahme einer Lebensverlaufsperspektive unterschiedliche Motive und Barrieren von Frauen besser analysiert werden können. Insgesamt sind die befragten Unternehmerinnen sehr zufrieden mit ihrem Unternehmen und Privatleben. Allerdings zeigt sich, dass in diesem Zusammenhang die Pflege älterer Menschen eine Herausforderung ist, da weniger Zeit für das Unternehmen bleibt. Neben der Mitarbeitersuche – der am häufigsten genannten Barriere sowohl zum Zeitpunkt der Unternehmensgründung als auch heute – zählen mangelnder Zugang zu finanziellen Ressourcen, ein Mangel an Schlüsselqualifikationen und unzureichende mentale Unterstützung durch Familienmitglieder zu den größten Herausforderungen der Unternehmerinnen. Daraus schlussfolgern wir, dass Politikmaßnahmen genau auf die Bedürfnisse der Unternehmerinnen in verschiedenen Lebensphasen zugeschnitten werden müssen.

Female Entrepreneurship – Evidence from Germany and the Baltic Sea Region, Studie des HWWI im Auftrag von Baltic Sea Academy e.V.

Dr. Elisabeth Bublitz
Dörte Nitt-Drießelmann
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