Potentielle Auswirkungen des Mindestlohnes auf den Gender Pay Gap in Deutschland - eine Simulationsstudie

Auftraggeber: Eine Studie erstellt im Rahmen des Projektes Equal Pay Day Forum, im Auftrag des Business and Professional Women – Germany e. V., gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
Autoren: Christina Boll, Hendrik Hüning, Julian S. Leppin, Johannes Puckelwald
Laufzeit: Dezember 2014 bis März 2015
Status: abgeschlossen

Publikationen:

HWWI Research  Paper 163

Boll, C.; Hüning, H.; Puckelwald, J. (2017): Potenzielle Auswirkungen des Mindestlohnes auf den Gender Pay Gap in Deutschland. Eine Simulationsstudie auf Basis des SOEP 2014, Sozialer Fortschritt 66(2):123-153, Februar 2017.

Kurzbeschreibung:
Die Studie, die auf Daten des Soziooekonomischen Panels (SOEP) basiert, untersucht die Wirkungen des Mindestlohnes auf die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Sie ist in zwei Module gegliedert. In Modul 1 berechnen wir die Konsequenzen der Mindestlohneinführung auf die Lohnlücke zunächst unter der Annahme, dass Beschäftigungseffekte ausgeschlossen sind. Dafür wird der individuelle Bruttostundenlohn für alle diejenigen Arbeitnehmer/innen, die bisher zu einem Lohnsatz unterhalb der Schwelle von 8,50 Euro beschäftigt waren, auf dieses Niveau angehoben. Dass aus der Mindestlohneinführung keinerlei Arbeitsnachfrageanpassungen resultieren, ist allerdings in der mittleren bis langen Frist nicht plausibel. In Modul 2 simulieren wir daher  Beschäftigungseffekte und berechnen die Lohnlücke unter Einbeziehung derselben. Wir berücksichtigen die Breite der theoretischen und empirischen Literatur zum Thema, indem wir die Beschäftigungseffekte der Mindestlohneinführung für zwei Marktmodelle, das neoklassische Modell und des Monopson-Modell, und zusätzlich für unterschiedliche Lohnelastizitäten der Arbeitsnachfrage von -0,2 bis -1,2 sowie unter-schiedliche Selektionsmechanismen der von Jobverlust Betroffenen simulieren.