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Konjunktur, Weltwirtschaft und Internationaler Handel

Die Zukunft der Globalisierung verstehen

Globalisierung bezeichnet eines der zentralen sozio-ökonomischen Phänomene der letzten zwanzig Jahre. Sie hat zu einer immer stärkeren Vernetzung der Weltwirtschaft geführt: Der internationale Handel von Waren und Dienstleistungen wurde zunehmend liberalisiert, Kapital und Arbeit wurden weltweit mobiler. Vor allem der Aufstieg vieler Schwellenländer hat zu einem historisch beispiellosen Wachstum der Weltwirtschaft beigetragen.

Im Zuge der Globalisierung haben sich Wettbewerbspositionen, Handelsströme und Einkommensverteilungen verschoben. Ideen des Wohlfahrtsstaates sind unter Druck geraten und nationale Politik hat gegenüber den internationalen Märkten an Einfluss verloren. Hinzu kommt, dass sich die Volkswirtschaften in sehr unterschiedlichen Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung befinden und demzufolge in Umwelt- und Sozialstandards konkurrieren. Somit führt die Globalisierung in fast allen Volkswirtschaften und Gesellschaften zu gravierendem Anpassungsdruck und löst komplexe Veränderungsprozesse aus.

Durch das Zusammenwachsen der Märkte, insbesondere der internationalen Finanzmärkte, haben die Ansteckungsrisiken zugenommen. Seit der globalen Finanzkrise von 2008/09 befindet sich die Welt im Umbruch und an der Schwelle zu einer neuen globalen Ordnung. Geopolitische Konflikte sind aufgebrochen, die Schwellenländer wandeln sich, Entwicklungsländer befinden sich im Aufbruch und die „alten Industrieländer“ stehen vor einem Umbau ihrer Gesellschaften. Die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft erzeugt Instabilität und Volatilität.

Strategien für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft entwickeln

Die Globalisierung ist damit jedoch noch nicht beendet, sondern tritt im Gegenteil in eine neue Phase ein, die mit neuen Chancen, aber auch neuen Risiken und Herausforderungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verbunden sein wird. Die Neuordnung der Weltwirtschaft, der technologische Strukturwandel durch Digitalisierung, der Zugang zu Ressourcen sowie Verteilungsfragen, Klimawandel und Migration gehören zu den zentralen zukünftigen Themen der Globalisierung.

Globalisierung und deren komplexe und interdependente Prozesse in ihren Folgen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu verstehen, ist eine zentrale Forschungsfrage des HWWI. Der Forschungsbereich „Konjunktur, Weltwirtschaft und Internationaler Handel“ analysiert die kurz- und langfristigen Entwicklungen der Weltwirtschaft und leitet daraus konkrete Handlungsoptionen für Unternehmen und Wirtschaftspolitik ab.

Forschungs- und Arbeitsbereiche

Konjunkturprognose und Analyse der Wirtschaftspolitik

Die konjunkturelle Entwicklung stellt für Unternehmen, Haushalte und Politik eine wichtige Grundlage und Orientierungsgröße ihrer Entscheidungen dar. Unternehmen richten ihre Produktions-, Haushalte ihre Konsum- und die Politik ihre finanz- und fiskalpolitischen Entscheidungen an den Wirtschaftsaussichten aus. Das HWWI erstellt modellgestützt eigene Konjunkturprognosen und analysiert die sektoralen und gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen. Dank seiner Expertise gehört das HWWI bei Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft sowie den Medien zu den gefragtesten Konjunkturforschungsinstituten in Deutschland.


Weltwirtschaft und Internationaler Handel

Durch die Globalisierung und das Wachstum der Schwellenländer sind neue Märkte entstanden und die internationalen Handelsströme haben sich nach Richtung, Umfang und Struktur verändert. Der schnelle Wandel und die Dynamik der Weltwirtschaft bedeuten Chancen und Risiken zugleich. Etablierte Produktionsstandorte und Absatzmärkte geraten unter Druck, neue entstehen.

Das HWWI analysiert die Determinanten des internationalen Handels und die Trends auf globalen Märkten. Dabei spielen angebots- und nachfrageseitige Faktoren wie Bevölkerungs- und Einkommensentwicklung, Infrastruktur und Institutionen die zentrale Rolle. Auf der Grundlage von Daten und Modellen sowie mit Hilfe von Szenarien-Analysen können mittel- bis langfristige Entwicklungen aufgezeigt werden. Daraus lassen sich konsistent Veränderungsprozesse und Handlungsoptionen ableiten, die es Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik ermöglichen, rechtzeitig auf Chancen und Risiken zu reagieren.

Im Fokus

Europa in der Krise

Europa ist durch die Krise ökonomisch, politisch und institutionell erheblich geschwächt. Die Ursachen der Krise sind fundamental: Da eine politische Union neben der Währungsunion nicht existiert, ist die Eurozone als ein nicht-optimaler Währungsraum systemisch für Krisen anfällig. Derzeit übernimmt die Europäische Zentralbank die Stabilisierungsfunktion. Sie bewegt sich mit ihrer Geldpolitik aber am Rande ihres Mandats. Vor diesem Hintergrund gilt es, die institutionellen Voraussetzungen und die politischen Zukunftsoptionen einer ökonomisch dauerhaft stabilen Währungsunion zu analysieren.


Die neue globale Ordnung

Die globale Finanzkrise stellt einen tiefen Einschnitt in der Globalisierung dar. Die Weltwirtschaft steht an der Schwelle zu einer neuen Ordnung. Wie diese aussehen wird, ist angesichts der derzeitigen geopolitischen Krisen unsicher. Hinzu kommen Entwicklungen wie die Digitalisierung, der Kampf um Ressourcen, globale Verteilungskonflikte und Migration vor dem Hintergrund von Armut und Naturkatastrophen. Es gilt, die grundlegenden Zusammenhänge und Entwicklungen im Hinblick auf die Grundzüge eines neuen globalen Ordnungsrahmens der Weltwirtschaft zu analysieren.

Forschungsleitung

Dr. André Wolf

Tel.:  +49 (0)40 34 05 76 - 665

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