Versicherungen in Zeiten der Krise

Die internationale Finanzkrise von 2008/09 bedeutet einen tiefen Einschnitt in die Jahrzehnte währende Globalisierung. Ihre Folgewirkungen und die sich anschließende Staatsschulden- und Eurokrise sind unverändert an den Märkten spürbar. Seit nunmehr über fünf Jahren befindet sich die Weltwirtschaft im „Krisenmodus“. Die Unsicherheit an den Märkten ist fundamental, geradezu paradigmatisch. Theoretische Modelle, kausale Zusammenhänge und empirische Korrelationen bieten kaum noch Orientierung. Individuelle Entscheidungen und kollektive Prozesse folgen nicht mehr den gewohnten Heuristiken.

Von den Risiken und der Unsicherheit sind in besonderer Weise Versicherungen betroffen. Sie können den Garantiezins nicht mehr oder nur noch mit höheren Risiken erwirtschaften. Das Ausmaß der Unsicherheit lässt sich zudem durch die konventionellen Instrumente des Risikomanagements kaum noch adäquat abbilden. Marktsignale und Informationen sind weniger verlässlich und die Erwartungsbildung ist gestört. Die Volatilität auf den Märkten und die Gefahr von Blasenbildung nehmen zu. Auch die Versicherungsnachfrage und das Versicherungsangebot sind betroffen, weil die Marktakteure Risiken anders wahrnehmen und deren materielle Folgen anders bewerten.

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Prof. Dr. Henning Vöpel
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