Pressemitteilung

06. Juli 2011

HWWI-Rohstoffpreisindex ist weiter gesunken

Der HWWI-Rohstoffpreisindex sank im Juni auf US-Dollar um 2,1 % und in Euro um 2,3 % im Vergleich zum Vormonat. Der Index ohne Energie reduzierte sich dagegen um 0,9 % (in Euro: -1,2 %). Besonders stark gab der Index für Getreide mit 3,8 % (in Euro: -4,2 %) nach, aber auch Rohöl sank um 2,5 % (in Euro: -2,7 %).

Gegen Ende des Monats Juni fiel der Preis für die Ölsorte Brent von 112 US-Dollar pro Barrel auf zwischenzeitlich unter 105 US-Dollar pro Barrel. Der Hauptgrund für das Absinken der Ölpreise lag in der Ankündigung der IEA, strategische Ölreserven freizugeben. 30 Tage lang sollen pro Tag zusätzliche 2 Mio. Barrel Öl auf den Markt kommen. Das ist schon eine große Menge, die die ausgefallenen Produktionskapazitäten Libyens übersteigt, das vor Ausbruch der Unruhen 1,57 Mio. Barrel pro Tag förderte. Im Vergleich dazu fragt Deutschland 2,4 Mio. Barrel pro Tag nach. Jedoch hatte die Ankündigung der IEA nur einen kurzfristigen Effekt. So stieg der Brentölpreis wenige Tage später wieder auf 112 US-Dollar pro Barrel, in etwa auf sein Ausgangsniveau. Die Akteure auf dem Ölmarkt hielten das Vorgehen der IEA nicht für nachhaltig. Lang- bis mittelfristig wird es eher eine zentrale Rolle für den Ölpreis spielen, wie sich die weltweite Konjunktur entwickelt, weil sie ausschlaggebend für die Öl-nachfrage ist.

Der Rückgang beim Index für Getreide war hauptsächlich auf die sinkenden Weizenpreise zurückzuführen. Diese gaben um 10,6 % nach, während die Preise für Mais mit 1,3 % (in Euro: 1,1 %) und Gerste mit 0,8 % (in Euro: -1,1 %) nur leicht nachgaben. Der Preis für Reis stieg sogar im Monatsvergleich um 3,8 % (in Euro: 3,6 %) an. Dämpfend auf den Weizenpreis wirkte sich die Ankündigung Russlands aus, wieder Weizen auf dem internationalen Markt anzubieten. Eine Dürre im Spätsommer 2010 hatte die russische Weizenernte mit der Folge stark reduziert, dass das Land seine Weizenexporte stoppte und damit den internationalen Weizenmarkt verknappte. Zuvor war Russland der drittgrößte weltweite Weizenexporteur. Bessere Ernteaussichten bei Mais und Weizen führten darüber hinaus zu stark fallenden Notierungen gegen Ende Juni. Die Tagespreise für Mais lagen um 17,1 % (in Euro: -17,3 %) und die für Weizen um 24,2 % (in Euro: 24,5 %) unter dem Niveau vom Monatsbeginn. Im Gegensatz dazu stiegen die Preise für Zucker aufgrund von Sorgen um eine möglicherweise schlechter ausfallende Zuckerernte in Brasilien im Monatsvergleich um knapp 20 % (in Euro: 19,5 %).

Bei den Industrierohstoffen, die um 0,5 % (in Euro: -0,8 %) zurückgingen, verbilligten sich besonders Zinn um 10,8 % (in Euro: -11 %) und Nickel um 8 % (in Euro: -8,2 %). Insgesamt ging der Index für die NE-Metalle um 1,5 % (in Euro: -1,8 %) zurück. Die Nachfrage nach den Industriemetallen und damit auch gleichzeitig ihre Preisentwicklung sind sehr eng an die weltweite Konjunkturentwicklung geknüpft, weil sie für den Infrastrukturaufbau und die Industrieproduktion von zentraler Bedeutung sind. Sorgen um die Schuldenkrise in Europa, schwache Konjunkturzahlen aus den USA und eine aufgrund restriktiverer Geldpolitik gedämpfte chinesische Wirtschaftsentwicklung trugen zu den sinkenden Preisen bei Zinn und Nickel bei. Im Vergleich zum Vorjahresmonat notiert der Index für NE-Metalle aber noch um 32,8 % (in Euro: 12,7 %) höher.



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