Pressemitteilung

06. Februar 2014

HWWI-Rohstoffpreisindex startet mit Verlusten in das neue Jahr

Zu Beginn des Jahres 2014 hat der HWWI-Rohstoffpreisindex nachgegeben. So notierte der Index im Januar auf Basis von US-Dollar um 2,7 % niedriger als im Durchschnitt des Dezembers 2013. Da der Euro gegenüber dem US-Dollar abwertete war der Rückgang in Euro mit 2 % vergleichsweise gering. Die beiden Indizes für Energierohstoffe sowie für Eisenerz und Stahlschrott sanken um jeweils 3 % (in Euro: -2,3 %). Die Preise für Getreide gaben ebenfalls um 2,6 % (in Euro: -2 %) nach, während sich die NE-Metalle um 0,4 % (in Euro: +1 %) leicht verteuerten. Gegen den Trend fallender Rohstoffpreise entwickelte sich auch der Index für Genussmittel, der um 1,1 % stieg (in Euro: +1,8 %).

Im Januar ging der Index für Rohöl gegenüber dem Vormonat um 2,9 % (in Euro: -2,3 %) zurück. Dabei sank der Preis für das amerikanische WTI-Öl mit 3,1 % (in Euro -2,4 %) etwas stärker als der für europäisches Brentöl, der um 2,3 % (in Euro: -1,6 %) nachgab. In Libyen war die Ölförderung auch im Januar stark durch Unruhen beeinträchtigt, da Rebellen im Osten des Landes Ölförderanlagen besetzt halten. Durch die regionale Nähe betreffen die Entwicklungen in Libyen den europäischen Ölmarkt besonders. In den USA dagegen führten höhere als erwartete Öllagerbestände zu einem stärkeren Abwärtsdruck beim WTI-Öl. Erst die länger andauernden sehr niedrigen Temperaturen in den USA und die damit verbundene hohe Energienachfrage wirkten den Preisrückgängen entgegen. Kohle verbilligte sich im letzten Monat um 3,5 % (in Euro: -2,9 %), so dass der Kohlepreis so niedrig notierte wie seit dreieinhalb Monaten nicht mehr. Zu den Preisrückgängen trug die Devisenkrise in einzelnen Schwellenländern wie Indien und Türkei bei. Es wurde befürchtet, dass die Kohlenachfrage zurückgehen könnte, wenn die Kohleimporte für die Schwellenländer aufgrund der abgewerteten heimischen Währung teurer würden. Gleichzeitig könnte Südafrika im Zuge der Rand-Abwertung seine Kohle günstiger anbieten. „Sollte sich der Abwärtstrend bei den Schwellenländern fortsetzen, könnten die Rohstoffpreise noch deutlich sinken“ stellt dazu Professor Michael Bräuninger, Forschungsdirektor am HWWI fest.

Bei den Industrierohstoffen verbilligte sich Eisenerz im Vergleich zum Vormonat um 6,1 % (in Euro: -5,4 %). Damit wurde Eisenerz so niedrig wie seit rund sieben Monaten nicht mehr gehandelt. Im Vergleich zum Monatsdurchschnitt von Januar 2013 notiert der Eisenerzpreis um 15 % geringer. Eisenerz wird in großen Mengen für die Stahlproduktion verwendet. Seit September 2013 hat sich das Wachstum der chinesischen Stahlproduktion verlangsamt, da in dem Land Überkapazitäten in der Stahlbranche abgebaut werden.  Dabei wird auch angestrebt, CO2-Emissionen in der Schwerindustrie durch das Schließen älterer Hochöfen zu senken. Nach Angaben des chinesischen nationalen Statistikbüros sank die Stahlproduktion im Dezember 2013 auf einen so niedrigen Stand wie seit einem Jahr nicht mehr. China ist der weltweit größte Nachfrager von Eisenerz. Die nachlassende Stahlproduktion führt zu einem niedrigeren Bedarf an Eisenerz, wodurch die Lagerbestände zunehmen und die Nachfrage nach importiertem Eisenerz geschwächt wird.

Der Teilindex für NE-Metalle veränderte sich mit einem Anstieg von 0,4 % (in Euro: +1 %) im Monatsvergleich nur leicht, wobei sich die im Index enthaltenen Metallpreise unterschiedlich entwickelten. Während sich Zink um 3,3 % (in Euro: +4 %) und Kupfer um 0,7 % (in Euro: +1,4 %) verteuerten, verbilligte sich Aluminium um 0,7 % (in Euro: unverändert) und Zinn um 3,3 % (in Euro: -2,7 %). Zink war von dem indonesischen Exportstopp für unverarbeitete Erze betroffen. Das so reduzierte Angebot auf dem internationalen Markt wirkte preissteigernd.

Beim Index für Nahrungs- und Genussmittel gaben besonders Weizen mit 6,5 % (in Euro: -5,9 %) und Gerste mit 13,6 % (in Euro: -13 %) nach. Gute Ernteaussichten für 2014 ließen den Weizenpreis sinken. So wird für Indien eine Rekordernte prognostiziert. Aber auch mit einem steigenden Angebot aus Russland, Australien und Kanada wird gerechnet. Die Konkurrenz zum Weizen sowie hohe Lagerbestände setzten ebenfalls den Preis für Gerste unter Abwärtsdruck. Reis verteuerte sich dagegen um 4,7 % (in Euro: +5,4 %). Die Marktteilnehmer schauen besorgt nach Thailand, ein zentrales Reisanbauland und -exporteur, wo politische Unruhen das Land erschüttern. Ende Januar zogen aufgrund von Nachrichten, in Brasilien könnte zu trockenes Wetter die Ernten beeinträchtigen, die Kaffee- und Zuckerpreise kräftig an. Brasilien ist der weltweit größte Anbauer von Zucker und Kaffee. Trotz der Preisanstiege innerhalb der letzten Handelstage verbilligte sich Zucker im Monatsdurchschnitt Januar um 6,2 % (in Euro: -5,5 %), Kaffee dagegen verteuerte sich um 4 % (in Euro: +4,7 %) und trug somit wesentlich zum Anstieg des Indizes für Genussmittel bei. „Der Kaffeemarkt könnte in der Saison 2014/15 durch die befürchteten Ernteausfälle in ein Angebotsdefizit drehen. Mit der Folge, dass die Kaffeepreise weiter steigen würden, nachdem sie monatelang gefallen waren“, so HWWI-Rohstoffexperte Leon Leschus.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

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