Pressemitteilung

05. September 2013

HWWI-Rohstoffpreisindex steigt den zweiten Monat in Folge

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im August im Vergleich zum Juli auf Dollar-Basis um 2,4 % gestiegen. Auf Euro-Basis stieg der Gesamtindex aufgrund des starken Euros mit einem Plus von 0,7 % weniger stark. Verglichen mit dem Niveau des Vorjahres stieg der Index in US-Dollar mit plus 0,8 % kaum an (in Euro: - 6,1 %). Der Rohstoffpreisindex ohne Energie stieg im August leicht um 1,1 % (in Euro: -0,7 %). Die Rohölpreise legten im vergangenen Monat erneut zu, sodass der Teilindex für Energierohstoffe im Vergleich zum Vormonat um 2,7 % (in Euro: +0,9 %) anstieg. Industrierohstoffe verteuerten sich im August ebenfalls. Der Index für Industrierohstoffe stieg so um 3,6 % (in Euro: +1,8 %). Die Preise für Nahrungs- und Genussmittel sanken hingegen im August wie schon im Vormonat und der Teilindex auf Dollar-Basis notierte um 4,8 % (in Euro: -6,5 %) geringer.

Die Preise an den Rohölmärkten wurden im August in erster Linie durch Angebotsrisiken  dominiert. So hat die beunruhigende Situation im Nahen und Mittleren Osten die Sorgen bezüglich der Rohölversorgung geschürt. Nach einem starken Preissprung im Juli verteuerte sich Rohöl der Sorte Brent auch im August mit einem Plus von 3,1 % (in Euro: +1,3 %) im Monatsdurchschnitt. Schon im Juli hatte die angespannte Lage in Ägypten für Preisaufschläge gesorgt und die im August weiter zunehmende Verschärfung dieses Konfliktes gab dem weiteren Auftrieb. Zwar gab es keine Beeinträchtigungen des Öltransports durch den Sueskanal, trotzdem ließen erhöhte Risikoprämien die Preise steigen. Hinzu kamen am Monatsanfang Lieferausfälle aus Libyen, wo Streiks in den zwei wichtigsten Exporthäfen die Ölausfuhren über zwei Wochen stark beeinträchtigten. In der letzten Augustwoche notierte der Preis der Sorte Brent mit über 116,8 US-Dollar pro Barrel auf dem höchsten Stand seit Ende Februar. Die eskalierende Lage in Syrien ließ die Preise an den Ölmärkten stark nach oben springen. Die Möglichkeit eines Militärschlages gegen das Assad-Regime führte dazu, dass die Ölnotierungen binnen einer knappen Woche um nahezu 7 % (Dubai-Öl) nach oben kletterten. Bis zu diesem Ereignis war der Preis für die US-amerikanische Rohölsorte WTI weniger von den geopolitischen Unruhen betroffen, dann folgte er jedoch mit starken Kursaufschlägen dem allgemeinen Trend. Nach der starken Preisrally im Juli drückten anfangs Probleme mit der Seaway-Pipeline den Preis dieser Rohölsorte, da dies zu steigenden Öllagerbeständen in Cushing, dem Auslieferungsort für WTI-Öl, führen könnte. Die Seaway-Pipeline transportiert das Rohöl von Cushing zum nächsten Hafen im Golf von Mexiko. Auch aus nachfrageseitiger Sicht wurden die allgemeinen Rohölpreise durch gute Konjunkturzahlen aus den USA und teilweise überraschend positiv ausgefallene Wirtschaftsindizes aus China gestützt. Der Indexwert für Rohöl stieg um 2,8 % (in Euro: 1 %).

Die Preise an den Metallmärkten erholten sich im vergangenen Monat. Der Indexwert für NE-Metalle stieg im August um 3,7 % (in Euro: +1,9 %) und damit zum ersten Mal in den letzten sechs Monaten. Die Ursache für Preissteigerungen bei allen im Index notierten Metallen gaben Daten aus China, dem weltweit größten Verbraucher von Industriemetallen. Die chinesische Konjunktur, noch in den vergangenen Monaten für den Preisverfall verantwortlich gemacht, überraschte die Marktteilnehmer mit guten Indikatorwerten positiv. Sowohl die Handelsstatistiken mit unerwartet hohen Importdaten, als auch die Baukonjunktur und die Industrieproduktion entwickelten sich wesentlich besser als erwartet. Aluminium, Kupfer und Nickel markierten im August ihre höchsten Stände seit Anfang Juni; Blei und Zink erreichten jeweils Fünf-Monats-Höchststände. Die Preissteigerungen bei Eisenerz von Juli setzten sich auch im August fort. Der für die Stahlproduktion zentrale Rohstoff wurde mit zeitweise knapp 143 US-Dollar auf dem höchsten Stand seit Anfang März gehandelt und hat damit allein seit Beginn des dritten Quartals über 20 % an Preissteigerung erfahren. Zum Vergleich: Im Vorjahresmonat war der Eisenerzpreis bis auf 86 US-Dollar gesunken. Der Indexwert für Eisenerz und Stahlschrott stieg um 5,7 % (in Euro: +3,8 %).

Der Index für Nahrungs- und Genussmittel setzte seinen Trend vom Vormonat fort und notierte im Vergleich zu Juli auf einem um 4,8 % (in Euro: -6,5 %) gesunkenen Niveau. Besonders in der ersten Hälfte des Monats fielen die Preise für Getreide und Ölsaaten stark. Die als Rekordsaison eingeschätzte begonnene Erntezeit ließ die Preise an den Börsen wie im Vormonat stark sinken. Mais fiel zur Monatsmitte auf ein Drei-Jahres-Tief und auch Sojabohnen notierten zwischenzeitlich so tief wie seit Anfang 2012 nicht mehr. Zum Ende des Monats drehte jedoch der Trend. Der Abwärtsrevision der Ernteprognose vom US-Landwirtschaftsministerium sowie dem für die Pflanzen zu trockenen Wetter im Mittleren Westen der USA folgte ein Anstieg der Preise. Trotz dieses Anstieges lagen die Preise im Monatsdurchschnitt auf einem vergleichsweise tiefen Niveau. Auch der Kaffeepreis befindet sich auf Talfahrt und erreichte ein Vier-Jahres-Tief. In den vergangenen sieben Monaten hat der Preis um 19 % nachgelassen. Der Preisverfall ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Zum einen wurden teilweise sehr hohen Ernten erzielt, wodurch das Angebot stieg. Zum anderen haben die Währungen einiger Anbauländer dramatisch gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren. Die indische Rupie, die indonesische Rapiah und insbesondere der brasilianische Real haben in den vergangenen Monaten stark an Außenwert eingebüßt und so den Preis des in US-Dollar gehandelten Kaffees gedrückt.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist ein Produkt der HWWI Consult GmbH.

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