Bildung

Bildung, Hamburg - Hamburger Bildungslandschaft mit Licht und Schatten

24.08.2016 | Pressemitteilung | von Christina Boll, Dörte Nitt-Drießelmann, Alkis Henri Otto

Bildung in Hamburg – Licht und Schatten

Die Wirtschaft der Hansestadt Hamburg ist durch wissensintensive und hochtechnologische Industrien und Dienstleistungsbranchen geprägt. Nicht zuletzt deshalb ist Hamburg auf qualifizierte und gut ausgebildete Erwerbspersonen angewiesen. Neben der Anwerbung bzw. dem Zuzug qualifizierter Arbeitnehmer spielt die Bildung und Ausbildung der Menschen in der Hansestadt daher eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Zukunft des Wirtschaftsstandortes.

Die vorliegende Studie wirft ein Licht auf aktuelle Trends und Strukturen im Hamburger Bildungssektor. Sie vergleicht die Entwicklungen in der Hansestadt mit denen anderer Bundesländer und beleuchtet die Erfolgsbilanz der Bildungsinstitutionen. Zudem werden aktuelle Trends bei der Bildung und Ausbildung mit demografischen Entwicklungen am Arbeitsmarkt verknüpft, um Fingerzeige für eventuelle künftige Engpässe am Hamburger Arbeitsmarkt zu erhalten.

Ein weiterer Themenschwerpunkt ist der Finanzbedarf des öffentlichen Bildungssystems. In der Studie werden hier zum einen die Ausgaben für einzelne Bereiche und Ausgabengruppen im Bildungssektor genauer betrachtet. Zum anderen werden die fiskalischen Erträge öffentlicher Bildungsausgaben für Hamburg berechnet.

Im Ergebnis zeigt sich, dass Hamburgs Bildungssektor Licht und Schatten aufweist. Im Schulbereich tätigt Hamburg je Schülerin und Schüler relativ hohe Ausgaben und kann mit einem relativ guten Betreuungsschlüssel aufwarten. Auch im Hochschulbereich fallen die finanziellen Ausgaben je Studierenden relativ hoch aus. Allerdings ist die Betreuungsquote hier – anders als im Schulbereich – eher durchschnittlich. Auffällig ist zudem der auch im Vergleich zu anderen Bundesländern hohe Anteil der Hamburger Studierenden, der ein Studium nicht erfolgreich abschließt. Die relativ hohen Bildungsausgaben pro Schülerin und Schüler bzw. pro Studierendem resultieren im Wesentlichen aus relativ hohen Personalausgaben im Hamburger Bildungssystem. Die Investitionen im Bildungsbereich fallen hingegen im Bundesländervergleich eher gering aus.

Im Vergleich der Bundesländer belegt Hamburg beim Anteil der öffentlichen Bildungsabgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) den letzten Platz. Dabei ist allerdings zu beachten, dass Hamburgs relative Bildungsausgaben aufgrund seiner Position als Stadtstaat mit erheblichen Einkommensabflüssen ins Umland verbunden ist; als Zahlerland im Länderfinanzausgleich muss Hamburg zudem Finanzmittel an schwächere Länder abgeben. Mit 16 % Anteil der Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamtausgaben Hamburgs liegt Hamburg im Bundesländervergleich im oberen Mittelfeld.

Ausgaben für Bildung sind dabei durchaus lohnend für die Stadt Hamburg. Bei den Erträgen der Bildung zeigt sich, dass Bildung nicht nur den Arbeitnehmer in Form höherer Einkommen zugutekommt. Auch der Staat profitiert von höheren Einkommen über höhere Steuereinnahmen und Sozialbeiträge. Die vergleichsweise hohen Kosten der Hochschulbildung amortisieren sich allerdings erst in der längeren Frist.

Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen im Bildungsbereich Hamburgs im Zusammenhang mit den demografischen Strukturen und Trends am Arbeitsmarkt, deuten die aktuellen Daten nicht darauf hin, dass Hamburg in den kommenden Jahren mit einem Mangel an Hochqualifizierten zu rechnen hätte. Sowohl der Anteil der Schüler, die eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben, als auch der Anteil relativ junger und gut ausgebildeter hochqualifizierter Beschäftigter lassen derzeit keinen Engpass erkennen. Ein Engpass könnte sich, ganz ähnlich wie auch in anderen deutschen Regionen, bei nicht-studierten Fachkräften ergeben. Hier fallen vor allem das Verarbeitende Gewerbe, die Energie- und Wasserversorgung sowie das Baugewerbe auf, wo ein relativ hoher Anteil der Beschäftigten bereits heute in einem fortgeschrittenen Alter ist.

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Zur Gesamtstudie

Autoren

Dr. Christina Boll
Dörte Nitt-Drießelmann
Prof. Dr. Alkis Henri Otto