Energie- und Rohstoffe

Die Preise für Rohstoffe sind im Mai gefallen

08.06.2017 | Pressemitteilung | von Katrin Knauf

Die Preise für Rohstoffe sind im Mai gefallen

- HWWI-Gesamtindex ist um 3,9 % gesunken (US-Dollarbasis)
- Der Preis für Rohöl fiel um 4,5 % (US-Dollarbasis)
- Index für Industrierohstoffe sank um 5,0 % (US-Dollarbasis)

(Hamburg, 08. Juni 2017) Im Mai fiel der HWWI-Rohstoffpreisindex um 3,9 % (in Euro: -6,8 %) gegenüber dem Vormonat. Der Index ohne Energie fiel um 3,1 % (in Euro: -6,0 %). Die Ursache für die Entwicklung waren Preissenkungen vor allem bei den Energie- und Industrierohstoffen. So sank der Index für Energierohstoffe um 4,1 % (in Euro -7,0 %) und der Index für Industrierohstoffe fiel um 5,0 % (in Euro -7,8 %). Wenig veränderten sich die durchschnittlichen Preise bei den Nahrungs- und Genussmitteln (+0,1 %; in Euro: -2,9). Gegenüber dem Vorjahr stieg der HWWI-Rohstoffpreisindex um 12,3 % (in Euro +14,8 %).

Index für Energierohstoffe: -4,1 % (in Euro: -7,0 %)

Der Rohölpreis sank im Durchschnitt im Mai um 4,5 % (in Euro: -7,3 %), nachdem er im März noch leicht gestiegen war. Rohöl notiert dabei gegenüber dem Vorjahresmonat jedoch um 8,0 % höher. Am 25. Mai trafen sich die OPEC-Staaten mit den unabhängigen Rohölproduzenten und vereinbarten – wie von den Marktteilnehmern erwartet – eine Verlängerung der Produktionskürzungen für die nächsten neun Monate. Mit dem Ziel, den Preis für Rohöl zu stabilisieren, soll zukünftig die Rohölproduktion um täglich 1,8 Millionen Barrel reduziert werden. Nach Bekanntgabe dieser Übereinkunft sank der Rohölpreis jedoch. Die Marktteilnehmer hatten zum einen mit stärkeren Kürzungen der Produktionsmengen gerechnet und zum anderen bestehen Zweifel an der langfristigen Wirksamkeit dieser Einigung.

Ob der Rohölpreis in den kommenden Monaten steigen oder fallen wird, ist darüber hinaus von der Nachfrage abhängig. Die weltweiten Lagerbestände an Rohöl sinken. Weiterhin wird mit einer steigenden Nachfrage in den Sommermonaten gerechnet. Zum einen beginnt in den USA die „Driving Season“ und es werden Rekorde bei Benzin- und Kerosinnachfragen erwartet. Zum anderen steigt der Energiebedarf in den Golfstaaten (Saudi-Arabien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate) in den Sommermonaten traditionell stark durch das Betreiben von Klimaanlagen. In den letzten Jahren hat Saudi-Arabien seine Rohölfördermenge in dieser Zeit deutlich erhöht, um der saisonbedingten Nachfrage gerecht zu werden. Dieses Jahr soll diese Ausweitung der Fördermenge unterbleiben, um dem Abkommen zur Reduktion der weltweiten Rohölproduktion zu folgen. Um der eigenen Energienachfrage gerecht zu werden, möchte Saudi-Arabien in Zukunft verstärkt Erdgas nutzen.

Der durchschnittliche Preis für die europäische Referenzsorte Brent fiel um 4,2 % (in Euro: -7,1 %) auf 51,43 US-Dollar pro Barrel. West Texas Inter-mediate (WTI), der Referenzpreis für US-amerikanisches Erdöl, sank um 4,9 % (in Euro: -7,3 %) auf 48,58 US-Dollar pro Fass. Rohöl aus dem Nahen Osten verbilligte sich insgesamt um 4,3 % (in Euro: -7,2 %) auf 50,37 US-Dollar pro Barrel.

Der durchschnittliche Kohlepreis fiel im Monat Mai besonders stark um 11,2 % (in Euro: -13,8 %), nachdem der Preis für Kohle im Vormonat leicht gestiegen war. Grund hierfür sind unter anderem die gestiegenen Kohleexporte aus China, welche das Angebot am Markt erhöhen. China hatte zuletzt die Kohleförderung gedrosselt, um die Effektivität der Industrie zu erhöhen, exportiert jetzt aber wieder überschüssige Kohle, die im Inland nicht benötigt wird. Trotzdem bewegt sich der Kohlepreis noch immer fast 50 % über dem Vorjahresniveau. Der durchschnittliche Preis für Erdgas sank im Mai leicht um 0,4 % (in Euro: -3,3 %).

Index für Industrierohstoffe: -5,0 % (in Euro: -7,8 %)

Im Mai ist der Index für Industrierohstoffe nochmals gefallen. Die Preise von NE-Metallen sanken durchschnittlich um 1,6 % (in Euro: -4,5 %). Der Preis von Blei verbilligte sich um 4,4 % (in Euro: -7,2 %). Der Kupferpreis fiel um 1,9 % (in Euro: -4,8 %). Der Preis für Nickel sank um 5,3 % (in Euro -8,2 %) und der Zinkpreis fiel um 1,6 % (in Euro: -4,5 %). Der Aluminiumpreis fiel um 0,9 % (in Euro: -3,8 %). Der Zinnpreis stieg um 1,2 % (in Euro: -1,8 %). Besonders stark gefallen ist erneut der Preis für Eisenerz mit -13,5 % (in Euro -16,1 %). Weiterhin besteht ein weltweites Überangebot an Roheisen und Stahl aufgrund hoher Fördermengen der Eisenerzminenbetreiber und Stahlanbieter. Darüber hinaus bremsen höhere Recycling-Quoten bei Stahlschrott die Nachfrage nach Eisenerz zusätzlich.

Im Mai sanken ebenso die durchschnittlichen Preise für agrarische Rohstoffe. Der Kautschukpreis fiel um -7,7 % (in Euro: -10,5 %) erneut im Mai besonders stark. Das ist weiterhin auf ein zu erwartendes Überangebot von Kautschuk zurückzuführen. Hier sind keine schnellen strukturellen Änderungen zu erwarten, da die Mehrzahl der Anbieter kleinbäuerlich organisiert ist und die Kautschukeinnahmen für ihren Lebensunterhalt benötigt. Zusätzlich sind die in den Jahren 2009 bis 2011 gepflanzten Bäume jetzt ausreichend gewachsen, um Gummi zu produzieren. Zudem gehen von der Regierung keine Impulse für grundlegende Strukturreformen aus, um das Angebot zu bündeln.

Index für Nahrungs- und Genussmittel: +0,1 % (in Euro: -2,9 %)

Die durchschnittlichen Preise für Nahrungs- und Genussmittel haben sich im Mai gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Zucker verbilligte sich den dritten Monat in Folge und notiert gegenüber dem Monat April um 4,1 % (in Euro:-7,0 %). Der Zuckerpreis fiel, weil Mexiko plant, den Export von Zucker in die USA zu reduzieren, um Strafzölle zu vermeiden. Weiterhin wurde der Import von Zucker nach China mit Strafzöllen belegt. Darüber hinaus verlor das brasilianische Real deutlich an Wert und verbilligte die Zuckerimporte aus Brasilien zusätzlich. Der Preis von Kaffee verbilligte sich um 3,6 % (in Euro: -6,4 %) ebenfalls infolge des Wertverlusts des Real, da Brasilien der weltgrößte Kaffeeproduzent ist.

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Autoren

Katrin Knauf