Energiewirtschaft

HWWI beteiligt sich am Projekt „DECOM Tools“

05.10.2018 | Pressemitteilung | von Isabel Sünner
©Fabian Schmidt

HWWI beteiligt sich am Projekt „DECOM Tools“

- Im Fokus Rückbau von Offshore-Windenergieanlagen
- Wichtiger Beitrag zum Erfolg der Energiewende

(Hamburg, 05. Oktober 2018) Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) ist am neuen INTERREG-Nordseeprojekt „DECOM Tools“ beteiligt. Den Rückbauprozess von Offshore-Windkraftanlagen so effizient wie möglich zu gestalten und den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, sind Ziele dieses europäischen Forschungsprojekts. Mit einem dreitägigen Auftakt-Treffen vom 19.-21. September 2018 in Leer ist das Projekt offiziell gestartet.

Der Konsens ist klar: Um die Energiewende zu schaffen, müssen mehr Windkrafträder gebaut werden, sowohl an Land als auch vor der Küste („Offshore“). Die Lebensdauer von Windkraftanlagen liegt jedoch bei nur etwa 20 Jahren – auf hoher See aufgrund der starken Witterung vielfach sogar darunter. Anlagen, die unter Verschleiß und technischen Abnutzungserscheinungen leiden, müssen hier also in gewissen Abständen rückgebaut, also entfernt werden, ehe diese beispielsweise durch neue Anlagen ersetzt werden können. „Während mit dem Aufbau von Anlagen unterschiedlichster Größe schon vielfältige Erfahrungen gesammelt wurden, ist der Rückbau ein noch relativ neues Feld“, sagt Isabel Sünner, Leiterin Internationale Kooperation am HWWI.

Unter Federführung der Hochschule Emden/Leer wird das HWWI in den kommenden vier Jahren gemeinsam mit elf Partnern aus den Nordseeanrainerstaaten Dänemark, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien und Norwegen den Rückbau von Offshore-Windanlagen untersuchen. Am Projekt nehmen unter anderem Wissenschaftspartner, Unternehmen, Häfen und Wirtschaftsförderer teil. Gemeinsam soll der Prozess des Rückbaus in seiner vollen Dimension betrachtet und optimiert werden: Angefangen mit logistischen Fragen der Anfahrt und des Abtransports, über die Entwicklung optimierter Seefahrzeuge bis hin zu einem nahtlosen Recycling abgebauter Bauteile. Hinzu kommen ökonomische Betrachtungen der jeweiligen Märkte im Nordseeraum. Diese Betrachtungen werden den Schwerpunkt der Arbeit des HWWI im Projekt „DECOM Tools“ darstellen.

„Wir befassen uns im Rahmen des Projektes mit einer Marktanalyse der Offshore-Windenergie im Nordseeraum, mit der Identifizierung der infrastrukturellen Anforderungen in den Häfen sowie mit Fragen des Fachkräftebedarfs und der Auswirkungen auf die regionalen Arbeitsmärkte“, sagt Projektleiterin Sünner. „Unsere Forschung kann einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Energiewende leisten“, so Sünner.

Das Gesamtbudget liegt bei rund 4,7 Millionen Euro und wird gefördert durch das INTERREG-Nordseeregion-Programm der Europäischen Union.

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Autoren

Isabel Sünner