Regionen, Innovation

HWWI ist Partner im Projekt „Land-Sea-Act“

21.03.2019 | Pressemitteilung | von Isabel Sünner
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HWWI ist Partner im Projekt „Land-Sea-Act“

- Innovative Governance-Ansätze sollen die Interessen von Küstengemeinden und Kleinbetrieben besser berücksichtigen.

(Hamburg) Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) ist am neuen INTERREG-Ostseeprojekt „Land-Sea-Act“ beteiligt. Ziel dieses europäischen Forschungsprojektes ist die Erarbeitung einer Multi-Level-Governance-Agenda zu Blue Growth und maritimer Raumplanung im Ostseeraum. Mit einem zweitägigen Auftakt-Treffen am 12. und 13. März 2019 in Riga ist „Land-Sea-Act“ offiziell gestartet.

Für viele Küstengemeinden bedeuten unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten und -pläne für ihre land- und seeseitigen Bereiche eine Herausforderung: Denn nicht selten stehen neuere Entwicklungen wie marine Aquakulturen oder Windenergiegewinnung im Konflikt zur traditionellen Nutzung durch Fischerei, Tourismus oder Freizeit. Das integrierte Management von unterschiedlichen blauen Sektoren ist ein zentraler Grundsatz von Blue Growth. Mit dem Projekt „Land-Sea-Act“ werden anhand konkreter Pilotvorhaben innovative Governance-Praktiken und neuartige Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Blue Economy getestet. Ziel ist es, die Interessen der örtlichen Gemeinden und kleinerer Betriebe mit übergeordneten Entwicklungen in der maritimen Raumplanung in Einklang zu bringen.

Das Projekt zielt darauf ab, transnationale Kooperationen und den Wissensaustausch zwischen nationalen, regionalen und lokalen Behörden sowie Stakeholdern unterschiedlicher Sektoren hinsichtlich Blue Growth aus-zubauen. Zugleich sollen Wahrnehmung, Know-How und Kompetenzen gestärkt werden, um Blue Growth-Initiativen und die integrierte Entwicklung in Küstenregionen zu fördern. Die Projektpartner werden in Praxisbeispielen eng zusammenarbeiten, um neue flexible Governance-Praktiken für das Küstenmanagement und Blue Growth-Lösungen  zu entwickeln. Der Erfolg der neuartigen Konzepte hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, so zu Beispiel den regionalen Forschungs- und Entwicklungs-Kapazitäten, Governance-Strukturen sowie der Wirksamkeit regionaler Beteiligungsprozesse (insbesondere Entrepreneurial Discovery). Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen Empfehlungen gegeben werden, wie die Herausforderungen aus den Wechselwirkungen zwischen Meer und Land besser gemeistert und Chancen für die regionale Wirtschaft optimal genutzt werden können.

Das HWWI wird im ersten Schritt die Praxisbeispiele der im Projekt vertretenen Ostseeregionen hinsichtlich ihrer regionalökonomischen Effekte analysieren sowie deren Innovationsfähigkeit und Wachstumspotenziale bewerten. Im einem zweiten Schritt wird die Marktfähigkeit der neuen Anwendungsfelder hinterfragt, um auf dieser Basis einen Aktionsplan „Unternehmertum und Blue Growth“ zu entwickeln. „Die Notwendigkeit, zwischen gegensätzlichen Interessen zu vermitteln, kann Küstenregionen zum Motor der Blue-Growth-Strategie der Europäischen Union werden lassen. Im Rahmen von „Land-Sea-Act“ fungieren die beteiligten Küstenregionen als Testfelder für die Umsetzung innovativer Blue-Growth-Konzepte“, sagt Isabel Sünner, die Internationale Kooperationen am HWWI leitet.

Das Projekt unter der Federführung des lettischen Umweltministeriums wird durch das INTERREG-Ostseeregion-Programm der Europäischen Union (2014-2020) gefördert. Das Gesamtbudget liegt bei rund 2,2 Millionen Euro bei einer Laufzeit von zweieinhalb Jahren. Beteiligt sind elf Partner aus fünf Ländern (Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland, Polen, Schweden).

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© „Land-Sea-Act“-Projekt

Autoren

Isabel Sünner