Energie- und Rohstoffe

HWWI-Rohstoffpreisindex wieder im Plus

10.05.2017 | Pressemitteilung | von Katrin Knauf

Im April sind die Preise für Rohstoffe leicht gestiegen

- HWWI-Gesamtindex wächst im April um 1,2 % (US-Dollarbasis)
- Der Preis für Rohöl erhöhte sich um 2,4 % (US-Dollarbasis)
- Index für Industrierohstoffe fiel um 7,1 % (US-Dollarbasis)

(Hamburg, 10. Mai 2017) Im April stieg der HWWI-Rohstoffpreisindex um 1,2 % (in Euro: +0,8 %). Der Index ohne Energie fiel hingegen um 5,7 % (in Euro: -6,1 %), wobei sich besonders die Preise für Industrierohstoffe stark verbilligten (-7,1 %; in Euro: -7,4 %). Weiterhin sanken die Preise für Nahrungs- und Genussmittel um 3,4 % (in Euro: -3,8 %).

Index für Energierohstoffe: +2,5 % (in Euro: +2,1 %)
Der Rohölpreis stieg im Durchschnitt um 2,4 % (in Euro: +2,0 %). In der ersten Monatshälfte sanken die Lagerbestände an Rohöl in der erdölverarbeitenden Industrie. Die daraus resultierende Erwartung einer Nachfrageerhöhung aus dieser Branche lies die Preise für Rohöl in der ersten Monatshälfte stetig steigen. Die Nachfrageerhöhung blieb jedoch aus, weil die erdölverarbeitende Industrie weiterhin ihre Lagerbestände reduzierte und erst mit dem Auffüllen ihrer Lager begann, als die Preise für Rohöl fielen.

Der Preis für die Referenzsorte Brent stieg durchschnittlich um 2,1 % (in Euro: +1,7 %) auf durchschnittlich 53,69 US-Dollar pro Barrel. West Texas Intermediate (WTI), der Referenzpreis für US-Öl, erhöhte sich um 2,8 % (in Euro: +2,4 %) auf 51,06 US-Dollar pro Fass. Öl aus dem Nahen Osten verteuerte sich um insgesamt 2,4 % (in Euro: +2,0 %) auf 52,47 US-Dollar pro Barrel.

Der Preis für Erdgas erhöhte sich durchschnittlich um 2,5 % (in Euro: 2,1 %). Der Kohlepreis (+4,5 %; in Euro: +4,2 %) stieg wegen Nachschubproblemen der wichtigen australischen Kohle-Lieferanten aufgrund von Schäden durch den Wirbelsturm „Debbie“. Insgesamt stieg der Index für Energierohstoffe um 2,5 % (in Euro: 2,1 %).

Index für Industrierohstoffe: -7,1 % (in Euro: -7,4 %)
Deutlich sind die Preise für Industrierohstoffe gefallen. Die Preise von NE-Metallen sanken im April durchschnittlich um 0,7 % (in Euro: -1,0 %). Der Preis von Blei verbilligte sich um 2,0 % (in Euro: -2,3 %). Der Kupferpreis fiel um 2,1 % (in Euro: -2,5 %). Der Preis für Nickel sank um 5,5 % (in Euro: -5,8 %) und der Zinkpreis fiel um 5,4 % (in Euro: -5,7 %). Dagegen verteuerte sich Aluminium um 1,6 % (in Euro: +1,2 %) und der Zinnpreis stieg um 0,8 % (in Euro: +0,5 %).

Die Preise für Eisenerz und Stahlschrott sind im April besonders stark gefallen und sanken um 17,1 % (in Euro: -17,4 %) gegenüber dem Vormonat. Der Ausbau von Eisenerzminen vor allem in China, hohe Lagerbestände und Zweifel bezüglich des anhaltenden Wachstums der Weltwirtschaft haben die Preise für Eisenerz im April signifikant fallen lassen. Im Sog der fallenden Eisenerzpreise verbilligten sich die Preise für Stahlschrott leicht.

Ebenfalls verbilligten sich die agrarischen Rohstoffe im Durchschnitt um 4,5 % (in Euro: -4,9 %), wobei sich der Preis für Kautschuk mit -15,9 % (in Euro: -16,2 %) besonders stark verringerte, nachdem er bereits im März deutlich gefallen war. Trotz Überlegungen der drei hauptproduzierenden Länder Malaysia, Indonesien und Thailand, die Kautschukpreise beispielsweise durch Exportbeschränkungen auf hohem Niveau und stabil zu halten, sank der Kautschukpreis aufgrund der Erwartung guter Erträge bei zukünftigen Ernten, da die Folgen der Flut vom Jahresanfang als überwunden betrachtet werden.

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -3,4 % (in Euro: -3,8 %)
Die durchschnittlichen Preise für Genussmittel sanken im April um 4,0 % (in Euro: -4,3 %). Der Zuckerpreis fiel um 9,7 % (in Euro: -10,0 %), nachdem er bereits im März aufgrund guter Erträge in Brasilien deutlich gefallen war. Kakao verbilligte sich um 4,6 % (in Euro: -4,9 %). Der durchschnittliche Preis für Kaffee fiel um 2,9 % (in Euro: -3,3 %). Der abwärts zeigende Preistrend bei Kaffee ist den allgemein guten weltweiten Ernteaussichten geschuldet. Vor allem das Kaffeeangebot aus Kolumbien ist hoch, da die neu gepflanzten Kaffeesträucher gegen die Krankheit Kaffeerost resistent sind und jetzt volle Erträge liefern. Die Ernteausfälle der Sorte Robusta in Brasilien werden außerdem durch erhöhte Kaffeeangebote, beispielsweise aus Vietnam, ausgeglichen.

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Autoren

Katrin Knauf