Bildung

HWWI-Studie zu den Wachstumspotenzialen der Hochschule Bremerhaven

01.11.2018 | Pressemitteilung | von Christina Boll, Jan Wedemeier, André Wolf
© FotolEdhar

Neue Felder „Soziale Arbeit“ und „Medizinische Assistenz“ haben in Bremerhaven Zukunft

- Das Profil der Hochschule Bremerhaven deckt den Beschäftigungsbedarf der Region bereits gut ab.
- Studie zeigt acht Studiengänge mit Zukunftspotenzial auf.

(Hamburg, 01. November 2018) „Soziale Arbeit“ und „Medizinische Assistenz“ sind ganz neue Felder, die mit sechs weiteren Studiengängen das Studienangebot der Hochschule Bremerhaven zukunftsorientiert erweitern würden. Davon abgesehen bildet die derzeitige Fächerstruktur der Hochschule Bremerhaven die gegenwärtigen und zukünftigen Bedarfe des regionalen Arbeitsmarktes gut ab. Das sind zentrale Ergebnisse einer neuen Studie „Regionaler Strukturwandel und seine Implikationen für die Wachstumspotenziale der Hochschule Bremerhaven“, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) erstellt hat. Die Studie wurde von der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH in Auftrag gegeben.

„Aktuelle Arbeitsmarktprojektionen bis zum Jahr 2035 deuten darauf hin, dass Hochqualifizierte auch in der Region Nord gute Jobaussichten haben werden“, sagt Dr. Christina Boll, Forschungsdirektorin am HWWI und Mitautorin der Studie. „Allerdings geht mit dem wirtschaftlichen Wandel ein beruflicher Wandel einher – manche Berufsfelder werden künftig weniger, andere stärker nachgefragt werden“, so Boll.

Als erstes Ergebnis der Studie zeigt sich, dass das gegenwärtige Profil der Hochschule mit Schwerpunkten in den Bereichen Technik, Management und Informatik bereits einen Gutteil der gegenwärtigen und künftigen akademischen Beschäftigungsbedarfe der Region abdeckt. Die Studie liefert acht weitere Entwicklungsoptionen, die sowohl aus Ergänzungen des Fächerangebots (im Hinblick auf Inhalte und Anforderungsniveaus) als auch aus Prüfaufträgen zur Schwerpunktsetzung bei vorhandenen Studiengängen bestehen. Dazu zählen unter anderem die Einführung von Angeboten in den Bereichen Mechatronik, Abfallwirtschaft, Soziale Arbeit und Medizinische Assistenz.

 „Die Disziplin der Elektrotechnik spielt bei den Ingenieurstudiengänge an der Hochschule Bremerhaven bisher eine vergleichsweise untergeordnete Rolle“, sagt Dr. Jan Wedemeier, Regionalökonom am HWWI in Bremen und Mitautor der Studie. „Der vorgeschlagene Studiengang ‚Mechatronik‘ würde die vorhandenen Stärken ergänzen und sich zugleich organisch in das gegenwärtige Lehrprofil im Fachbereich ‚Technologie‘ einfügen“, so Wedemeier. Die Analyse der Studie zeigt nämlich, dass der Bedarf an solchen Querschnittskompetenzen gerade im Kontext der Digitalisierung zukünftig eher noch steigen wird.

„Ein effizienterer Umgang mit endlichen Ressourcen gewinnt vor dem Hintergrund von Klimazielen und langfristiger Ressourcenknappheit als gesellschaftliches Ziel immer mehr an Bedeutung“, sagt Dr. André Wolf, Umweltökonom am HWWI und Mitautor der Studie. „Angesichts des immer komplexer werdenden regulatorischen Rahmenwerks im Umweltbereich wären vor allem rechtliche Fragen ein geeignetes Themengebiet für eine originäre Lehrvertiefung in einem Bachelor ‚Abfallwirtschaft‘“, so Wolf.

„Eine herausragende Relevanz sowie berufliche Trends sprechen für zwei neue Studiengänge ‚Soziale Arbeit‘ und ‚Medizinische Assistenz‘“, fügt Dr. Boll hinzu. „Die Hochschule Bremerhaven würde damit neue Felder eröffnen“, so Arbeitsmarktökonomin Boll.

Insgesamt, so die Autoren, könne die Stärkung der Hochschule Bremerhaven durch die empfohlenen Studiengänge einen wichtigen Impuls zur regionalwirtschaftlichen Entwicklung des Standortes Bremerhaven geben.

Die Studie verfolgt einen klaren, systematischen und datengestützten Forschungsansatz, der anhand der beiden Stränge „Trend“ und „Relevanz“ argumentiert. Zunächst wurden Makrotrends identifiziert, die eine problemspezifische Relevanz für den Standort Bremerhaven aufweisen. Mittels daraus abgeleiteter Handlungsfelder wurden Trendbranchen und Trendberufe ermittelt. Anschließend wurde anhand der beruflichen Beschäftigungsstruktur der Bedarf der regionalen Schwerpunktbranchen an Hochschulabsolventinnen und -absolventen in bestimmten Berufsgruppen identifiziert. Die Stränge „Trend“ und „Relevanz“ wurden in zwei Verdichtungsrunden zu Fokusbranchen bzw. Fokusberufen verbunden. Aus den Fokusberufen wurden schließlich – im Abgleich mit dem bestehenden Studiengangportfolio der Hochschule – ergänzende Studiengangoptionen abgeleitet.

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Autoren

Dr. Christina Boll
Dr. Jan Wedemeier
Dr. André Wolf