Energie- und Rohstoffe

Im Juni sinken die Rohstoffpreise leicht

05.07.2018 | Pressemitteilung | von Katrin Knauf

HWWI-Rohstoffpreisindex im Minus

- HWWI-Gesamtindex fällt um 1,2 % (US-Dollarbasis)
- Rohöl verbilligt sich um 2,2 %

(Hamburg, 05. Juli 2018) Im Juni notierte der HWWI-Rohstoffpreisindex bei 134,6 Punkten (in Euro: +127,8 Punkte) und sank demzufolge gegenüber dem Vormonat um 1,2 % (in Euro: -0,1 %). Der seit März anhaltende Aufwärtstrend in der Preisentwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten wurde unterbrochen. Eine Betrachtung der einzelnen Rohstoffgruppen zeigt, dass die Teilindizes für Energie-, Industrierohstoffe sowie Nahrungs- und Genussmittel Verluste verzeichnen. Der Index für Energierohstoffe fiel um 1,1 % (in Euro: +0,1 %), wobei der Rohölpreis im Monatsdurchschnitt zum ersten Mal seit drei Monaten gesunken ist. Der Index für Industrierohstoffe fiel um -0,2 % (in Euro: +0,9 %). Am stärksten gefallen ist der Index für Nahrungs- und Genussmittel. Er sank um 5,9 % (in Euro: -4,9 %). Daher ist der Index ohne Energie ebenfalls gefallen. Er fiel um 2,2 % (in Euro: -1,1 %) auf 116,2 Punkte (in Euro: +110,5 Punkte).

Index für Energierohstoffe: -1,1 % (in Euro: +0,1 %)
Der durchschnittliche Rohölpreis der drei führenden Rohölsorten fiel im Juni um 2,2 % (in Euro: -1,1 %) auf 72,28 US-Dollar (in Euro: 61,89) pro Barrel. Bei dem Treffen der OPEC und weiterer Rohölexporteure, unter anderem Russland, im Juni in Wien wurde beschlossen, die vereinbarte Gesamtförderquote aus dem Jahr 2016 nicht zu erhöhen, diese jedoch in Zukunft wieder voll auszuschöpfen. In der Vergangenheit wurde diese Förderquote nicht vollständig ausgenutzt, da einige Länder, wie beispielsweise der Iran und Venezuela, aufgrund technischer Probleme, politischer Krisen sowie US-amerikanischen Sanktionsmaßnahmen nicht ihre maximalen länderspezifischen Förderquoten ausschöpfen konnten. Die einzigen Länder, welche zurzeit technisch in der Lage wären, ihre Fördermenge kurzfristig zu erhöhen, sind Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigen Arabischen Emirate und Russland. Die geförderte Rohölmenge könnte um ca. 1 Million Barrel pro Tag steigen. Im Einzelnen sank der durchschnittliche Preis für Rohöl im Juni aus dem Nahen Osten um 1,4 % (in Euro: -0,2 %), die europäische Rohölsorte Brent verbilligte sich um 1,8 % (in Euro: -0,6 %) und der Preis für das US-amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,4 % (in Euro: -0,2 %).

Dagegen sind die Preise für Kohle und Erdgas erneut gestiegen. Kohle verteuerte sich durchschnittlich um 8,2 % (in Euro: +9,4 %). Die hohe Nachfrage vor allem aus Asien nach australischer Thermalkohle hält unvermindert an. In Australien wird das Angebot durch einen Mangel an Investitionen in die Erschließung neuer Minen und in die Infrastruktur sowie die Erschöpfung vorhandener Minen begrenzt. Im Durchschnitt verteuerte sich Erdgas um 3,8 % (in Euro: +5,0 %), wobei der Preisanstieg für europäisches Erdgas mit 2,4 % (in Euro: +3,5 %) geringer ausfiel als der Preisanstieg für US-amerikanisches Erdgas mit 5,3 % (in Euro: +6,5 %). Die Nachfrage nach US-amerikanischem Erdgas stieg aufgrund einer Hitzewelle in der Mitte und im Südosten der USA. Der Index für Energierohstoffe sank insgesamt um 1,1 % (in Euro: 0,1 %) auf 137,5 Punkte (in Euro: 130,6 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: -0,2 % (in Euro: +0,9 %)
Erneut stieg der Index für Agrarische Rohstoffe. Diese verteuerten sich im Juni um 0,5 % (in Euro: +1,6 %), wobei der starke Schnittholzpreisanstieg des Vormonats sich deutlich abschwächte. Schnittholz verteuerte sich um 1,2 % (in Euro: +2,3 %). Im Juni war ein deutlicher Preisanstieg für Wolle zu verzeichnen. Grund dafür ist eine gestiegene Nachfrage nach Kleidung aus hochwertigen Wollstoffen in Chinas Mittelschicht. Der steigenden Nachfrage steht ein eingeschränktes Angebot gegenüber, da in Australien die Weidekapazitäten für Schafe aufgrund von Trockenheit gesunken sind. Der Wollpreis stieg im Juni durchschnittlich um 5,7 % (in Euro: 6,9 %). Der Index der NE-Metalle verharrte mit einem leichten Plus von 0,1 % (in Euro: +1,3 %) fast auf Vormonatsniveau. Dabei war die Preisentwicklung der einzeln gelisteten NE-Metalle im Index unterschiedlich. Der Aluminiumpreis fiel um 2,3 % (in Euro: -1,2 %). Die von den USA verhängten Sanktionen gegen den russischen Aluminiumhersteller Rusal ließen den Preis für Aluminium in den vorangegangen Monaten zunächst steigen. Seit Ende Mai diesen Jahres erheben die USA Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium aus Kanada, Mexiko und der EU. Der Aluminiumpreis stieg zunächst am Anfang des Monats Juni an, jedoch fiel er im weiteren Monatsverlauf. Die anfänglichen Befürchtungen über ein zu knappes weltweites Angebot von Aluminium scheinen unbegründet, da die verhängten US-amerikanischen Zölle die Nachfrage nach Aluminium einschränken könnten. Der Preis für Kupfer stieg um 1,9 % (in Euro: +3,1 %). Genauso gestiegen ist der Preis für Zink. Der Zinkpreis stieg um 1,4 % (in Euro: +2,6 %). Beide NE-Metalle waren im Vormonat gefallen. Wiederholt gefallen ist dagegen der Preis für Zinn. Zinn verbilligte sich um 1,1 % (in Euro: +0,1 %). Erneut sind aufgrund der anhaltenden guten Nachfrage die Preise für Blei und Nickel gestiegen. Blei verteuerte sich um 3,2 % (in Euro: +4,3 %) und Nickel um 5,1 % (in Euro: +6,3 %). Der Index für Eisenerz und Stahlschrott fiel um 1,6 % (in Euro: -0,5 %). Insgesamt fiel der Index für Industrierohstoffe leicht um 0,2 % (in Euro: +0,9 %) auf 130,6 Punkte (in Euro: 124,1 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -5,9 % (in Euro: -4,9 %)
Der Kakaopreis fiel deutlich, weil erwartete Ernteausfälle geringer ausfallen könnten als zu-nächst angenommen. Der monatliche Durchschnittspreis für Kakao fiel um 9,1 % (in Euro: -8,0 %). Befürchtungen aufgrund von Meldungen über mangelnde Niederschläge an der Elfenbeinküste ließen die Kakaopreise zum Monatsende jedoch erneut ansteigen. Kaffee verbilligte sich um 2,5 % (in Euro: -1,3 %). Im Juni sind die durchschnittlichen Preise für fast alle im Index für Nahrungs- und Genussmittel vertretenen Rohstoffe gefallen. Besonders stark fielen die Preise für Mais, Sojabohnen, Sojaschrot und Kokosöl. Gute Ernteaussichten in den USA ließen den Maispreis fallen. Der Maispreis fiel um 8,4 % (in Euro: -7,4 %). Darüber hinaus erhebt China Strafzölle auf den Import von Mais, Sojabohnen und weiteren Agrarprodukten aus den USA. Die chinesischen Strafzölle sind die Reaktion auf die Einführung von US-amerikanischen Strafzöllen auf den Import chinesischer Produkte. Insgesamt fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel auf 95,6 Punkte (in Euro: 90,8 Punkte).

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Katrin Knauf