Kreisportraits „Landwirtschaft und Klimawandel“ in der Metropolregion Hamburg

26.04.2011 | Pressemitteilung

Die Kurzportraits des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) für alle 14 Kreise der Metropolregion und die Stadt Hamburg stellen die unterschiedliche Struktur des Landwirtschaftssektors sowie die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft dar. Sie wurden im Rahmen des Projektes „KLIMZUG-NORD“ in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erstellt.

Die Ergebnisse der Kreisportraits zeigen, dass der Landwirtschaftssektor in vielen Kreisen der Metropolregion ein wichtiger Arbeitgeber ist. Gerade die dörflichen und weiter von der Hansestadt entfernten Regionen sind stark durch diesen Sektor geprägt. Beispielsweise betrug der Anteil der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft im Jahr 2008 im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven 7,4 % (4 994 Personen) und im schleswig-holsteinischen Kreis Dithmarschen 6,6 % (3 669). Innerhalb der urbanen Strukturen der Stadt Hamburg ist der Anteil mit 0,5 % an allen Erwerbstätigen zwar sehr gering. Doch sind hier immerhin 5 373 Personen im landwirtschaftlichen Bereich tätig. Die Ausrichtung auf den wenig flächenintensiven und hoch produktiven Gartenbau schlägt sich auch in der hohen Bruttowertschöpfung nieder, die Hamburg in der Landwirtschaft erzielt. Mit einem Anteil von 10,6 % (144 Millionen Euro) trägt die Hansestadt den größten Teil zur Bruttowertschöpfung dieses Sektors in der Metropolregion bei.

Der Klimawandel wird dazu führen, dass in der Metropolregion Hamburg die Trockenheit im Sommer zunehmen wird und die Wintermonate feuchter werden. Wetterextreme wie Hochwasser und Dürreperioden dürften vermehrt auftreten. Auf das Pflanzenwachstum wirkt der Klimawandel über einen Anstieg des CO2-Gehalts, über die Temperaturzunahme und die Veränderung des Wasserhaushalts. Der Klimawandel wird zudem die Verbreitung von Schadorganismen begünstigen. Davon ist neben dem Pflanzenanbau auch die Viehhaltung betroffen.

Je nach bestehendem Klima und erwarteter Klimaänderung können diese Effekte positiv oder negativ ausfallen. Auch innerhalb der Metropolregion bestehen deutliche Unterschiede. In den niederschlagsreichen Küstenregionen wird aufgrund der höheren CO2-Konzentration ein positiver Wachstumseffekt bei Dauergrünland erwartet. In den relativ trockenen Gebieten im Südosten der Metropolregion wird hingegen aufgrund zukünftig geringerer Niederschläge ein erhöhter Bedarf von landwirtschaftlicher Beregnung prognostiziert.

KLIMZUG-NORD
Das Verbundprojekt KLIMZUG-NORD befasst sich mit strategischen Anpassungsansätzen zum Klimawandel in der Metropolregion Hamburg. Das fünf Jahre laufende Projekt wird maßgeblich durch den Bund gefördert und ist einer der Gewinner der Ausschreibung „Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten. Regionen gewinnen im Wettbewerb – die Welt gewinnt mit!“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Kurzportraits stehen im Dossier KLIMZUG-NORD zum Download zur Verfügung.

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