Nach langem Anstieg erstmals Rückgänge beim HWWI-Rohstoffpreisindex

07.06.2011 | Pressemitteilung

Der Aufwärtstrend der Weltmarktpreise von Rohstoffen hat sich im Mai nicht fortgesetzt. Der Monatswert des HWWI-Rohstoffpreisindex sank in US-Dollar um 6 % und in Euro um 5,4 % im Vergleich zum Vormonat. Im April war er, vor allem aufgrund höherer Rohölpreise und teureren Industrierohstoffen, auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren gestiegen.

Im Vorjahrsvergleich ist der HWWI-Rohstoffpreisindex um 40 % (in Euro: 22,7 %) angestiegen. Weit stärker, um gut 78 % (in Euro: 56,2 %), erhöhte sich der Index für Getreide. Während sich der Maispreis fast verdoppelte (in Euro: 73 %), verteuerte sich Weizen um 83 % (in Euro: 60,4 %). Die Preise für Industrierohstoffe stiegen in den letzten zwölf Monaten insgesamt um 25 % (in Euro: 9,6 %) an. Besonders verteuerten sich die Preise für Wolle und Baumwolle mit einem Plus von 87,7 % (in Euro: 64,7 %) bzw. 87,2 % (in Euro: 64 %). Zudem stieg im Jahresvergleich auch Zinn mit 62,6 % (in Euro: 42,4 %) und Kautschuk mit 55,4 % (in Euro: 36,3) kräftig an.

Der Brentölpreis liegt derzeit 52 % (in Euro: 33,3 %) über dem Vorjahresmonatspreis. Dabei hat der wesentliche Anstieg ab Herbst 2010 stattgefunden. In den ersten Monaten des Jahres 2001 hat sich der Preiserhöhung aufgrund der Unruhen in der arabischen Welt verstärkt. Im April stieg er auf über 123 Dollar pro Barrel im Monatsdurchschnitt an und schwankt seitdem auf hohem Niveau.

Die Tageswerte des HWWI-Rohstoffpreisindex in Dollar gingen aufgrund gedämpfter Wachstumserwartungen von Anfang bis Ende Mai um 6,6 % (in Euro: 3,7 %) zurück. Die Preise der Rohstoffe ohne Energie fielen um durchschnittlich 2,7 % (in Euro stiegen sie leicht an: +0,3 %), die Spotnotierungen für Rohöl sogar um 7,7 % (in Euro: 4,9 %). Auslöser für die schlechteren Erwartungen waren die Staatsschuldenkrise in Griechenland und auch die hohe Verschuldung der USA, die kräftige Sparmaßnahmen in der Zukunft notwendig machen könnte. Zudem wurde befürchtet, dass das stark rohstoffnachfragende China mit einer zunehmend restriktiver werdenden Geldpolitik sein Wachstum dämpfen könnte. Die so insgesamt reduzierten Wachstumserwartungen führten dann zu den Preissenkungen bei Rohstoffen.

Gegen den Trend entwickelten sich die Tageswerte für Getreide, die im Monatsverlauf um 1,6 % (in Euro: 4,8 %) anstiegen. Erst gegen Ende des Monats Mai sank der Weizenpreis als Regen in Europa die Ernteaussichten verbesserte und Russland ankündigte, seinen absoluten Exportstopp für Weizen aufzuheben. Diesen hatte die russische Regierung erlassen, nachdem im Spätsommer 2010 aufgrund einer schlimmen Trockenheit große Teile der Weizenernte in Russland zerstört wurden.

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