Energie- und Rohstoffe

Steigende Rohstoffpreise im August

08.09.2017 | Pressemitteilung | von Katrin Knauf

Steigende Rohstoffpreise im August

- HWWI-Gesamtindex stieg im August um 4,4 % (US-Dollarbasis)
- Rohöl verteuerte sich erneut
- Preise für Nickel und Eisenerz steigen

(Hamburg, 08. September 2017) Der HWWI-Rohstoffpreisindex setzte im August seine Aufwärtsbewegung fort. Der Gesamtindex stieg den zweiten Monat in Folge und notierte bei 100,9 Punkten (in Euro: 94,8 Punkte). Damit stiegen die Preise für Rohstoffe im August durchschnittlich um 4,4 % (in Euro: +1,8 %) gegenüber dem Vormonat. Im Einzelnen stiegen die Preise für Energie- und Industrierohstoffe, wohingegen sich die Preise für Nahrungs- und Genussmittelpreise verbilligten. Der Index ohne Energie stieg um 3,2 % (in Euro: +0,6 %) auf 111,4 Punkte (in Euro: 104,7 Punkte).

Index für Energierohstoffe: +4,6 % (in Euro: +2,0 %)

Die Preise für die drei führenden Rohölsorten sind im August gestiegen. Der Preisanstieg für die europäische Rohölsorte Brent betrug 5,4 % (in Euro: +2,7 %). Rohöl aus dem Nahen Osten verteuerte sich um 5,2 % (in Euro: +2,6 %) und der Referenzpreis für die US-amerikanische Rohölsorte, West Texas Intermediate (WTI), stieg um 2,9 % (in Euro: +0,4 %). Der durchschnittliche Rohölpreis stieg um 4,5 % (in Euro: +1,9 %) auf 50,06 US-Dollar (42,40 Euro) pro Barrel. Anfang August versuchten die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) und weitere zehn erdölfördernde Länder, sich in Abu Dhabi über die Umsetzung der beschlossenen Förderbeschränkungen zu verständigen. Vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate und der Irak fördern weiterhin wesentlich mehr Rohöl als vereinbart. Kasachstan kündigte an, sich nicht mehr an den Förderkürzungen zu beteiligen. Weiterhin sind immer noch die Länder Nigeria, Venezuela und Libyen von den Kürzungen ausgenommen. Die Fähigkeit der OPEC, das Erdölangebot wirksam durch Produktionskürzungen zu beschränken, scheint, auch nach dem Treffen, weiterhin fraglich. Die weltweite Erdölförderung erreichte im August ein Vier-Jahres-Hoch. Dass der Erdölpreis dennoch stieg, lässt sich durch eine anhaltend starke weltweite Nachfrage erklären. Im August verwüstete der Hurrikan „Harvey" wesentliche Teile der Küstengebiete von Südtexas in den USA. Der Wirbelsturm lies den Ölpreis zum Ende des Monats August zunächst etwas fallen, da die Schäden in den rohölverarbeitenden Raffinerien die Rohölnachfrage zunächst schwächten. In den letzten Tagen des Augustes begann der Ölpreis wieder zu steigen, da die Rohölnachfrage wieder anstieg. Die Auswirkungen dieses Wirbelsturmes auf den Rohölpreis waren nicht so stark wie die der vorherigen Hurrikane, weil sich der Schwerpunkt der texanischen Rohölindustrie in den letzten Jahren zunehmend in das Landesinnere von Texas verlagert hat.

Der durchschnittliche Preis für Erdgas stieg um 3,2 % (in Euro: +0,6 %) gegenüber dem Vormonat. Dabei war der Preisanstieg bei europäischem Erdgas mit 12,4 % (in Euro: +4,1 %) besonders stark. Ursachen sind vor allem eine hohe Nachfrage in Europa, Engpässe bei Erdgaslieferungen aus Norwegen und ein höherer Erdgaspreis auf dem asiatischen Markt, der zusätzliche Erdgaslieferungen nach Europa unattraktiv machte. Weiterhin könnten die Sanktionen gegen Russland und eine Unterbrechung der Nord-Stream Pipeline für jährliche Wartungsarbeiten zu einem beschränkten Angebot von Erdgas in Europa geführt haben. Der durchschnittliche Preis für Kohle stieg im August um 12,1 % (in Euro: +9,3 %). Der Preisanstieg für australische Kohle betrug dabei 13,7 % (in Euro: +10,9 %). In China ist die Nachfrage nach Kohle ungebrochen hoch. Der Index für Energierohstoffe stieg insgesamt im August um 4,6 % (in Euro: 2,0 %) auf 99,2 Punkte (in Euro: 93,2 Punkte).

Index für Industrierohstoffe: +7,4 % (in Euro: +4,7 %)

Erneut sind im August die Preise der im HWWI-Rohstoffpreisindex vertretenen Gruppen von Industrierohstoffen gestiegen. Agrarische Rohstoffe verteuerten sich nur moderat um 1,0 % (in Euro: -1,5 %). Dagegen sind die Preise für NE-Metalle und Eisenerz deutlich gestiegen. Die durchschnittlichen NE-Metallpreise verteuerten sich um 7,6 % (in Euro: +4,9 %) und der Preis für Eisenerz stieg um 13,4 % (in Euro: +10,6 %). Im Einzelnen stiegen alle Preise der im Index vertretenen NE-Metalle dabei wie folgt: Aluminium um 6,8 % (in Euro: +4,1%), Blei um 4,0 % (in Euro: +1,4 %), Kupfer um 8,5 % (in Euro: +5,8 %), Nickel um 14,8 % (in Euro: +11,9 %), Zink um 7,3 % (in Euro: +4,6 %) und Zinn um 1,5 % (in Euro: -1,0 %). Nickel wird unter anderem für die Produktion von rostfreiem Stahl und die Herstellung von Lithium-Batterien benötigt. Eine hohe Nachfrage aus China führte zu diesem Preisanstieg. Eisenerz wird für die Produktion von Stahl benötigt. Die chinesischen Produzenten haben in den letzten Monaten die Stahlproduktion ausgeweitet, um dem Inkrafttreten der Umweltschutzauflagen im Oktober dieses Jahres zuvorzukommen. Die chinesische Regierung möchte mit der Produktionskürzung in der Stahlerzeugung für eine verbesserte Luftqualität in den Wintermonaten sorgen. Insgesamt stieg der Index für Industrierohstoffe im August um 7,4 % (in Euro: +4,7 %) auf 121,6 Punkte (in Euro: 114,3 Punkte).

Index für Nahrungs- und Genussmittel: -3,6 % (in Euro: -6,0 %)

Im August fielen die Preise für Nahrungs- und Genussmittel, nachdem sie im vergangen Monat gestiegen waren. Vor allem der Preis für Weizen fiel um 15,7 % (in Euro: -17,9 %). Rekordernten in Russland, eine Neukalkulation der weltweit erwarten Weizenerträge durch den Internationalen Getreiderat (IGC) und Meldungen über gute Ernteerträge durch das Landwirtschaftsministerium der USA ließen die befürchteten Angebotsbeschränkungen von Weizen ausbleiben. Die Preise für Kaffee und Kakao verharrten im August fast unverändert gegenüber dem Vormonat. Der Kaffeepreis stieg lediglich um 0,7 % (in Euro: -1,8 %) und der Kakaopreis stieg äußerst moderat um 0,1 % (in Euro: -2,4 %). Insgesamt fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel im August um -3,6 % (in Euro: -6,0 %) auf 96,6 Punkte (in Euro: 90,8 Punkte).

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Katrin Knauf