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Wirtschaftsverkehr zwischen Hamburger Hafen und Polen wächst

11.06.2015 | Pressemitteilung

Hamburg. Der europäische Integrationsprozess führt in Polen zu einem steigenden Wirtschaftswachstum, von der die Kammerunion Elbe/Oder und damit der gemeinsame Wirtschaftsraum stark profitiert. Das ergab eine Studie, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut HWWI für die Kammerunion Elbe/Oder im Auftrag der Handelskammer Hamburg als KEO-Generalsekretariat und Hafen Hamburg Marketing erstellt hat. „Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut HWWI hat mit dieser Publikation eine spannende Studie über die wirtschaftlichen Perspektiven zwischen dem Hamburger Hafen und der Republik Polen veröffentlicht. Die vorliegenden Analysen sind wichtige Entscheidungskriterien, um die Zukunft der Elbe/Oder Region mit gestalten zu können“, so Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.

Speziell die Wirtschaftsbeziehungen und -verkehre zwischen dem Hamburger Hafen und Polen profitieren von dem deutlichen Wirtschaftswachstum im Nachbarland. „Mit einer Steigerungsrate von 23 Prozent im Jahr 2014 zum Vorjahr sind die Verkehrswege zwischen dem Hamburger Hafen und Polen auf ein Maß angestiegen, das für viele unerwartet war“, sagt Prof. Dr. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg und Generalsekretär der Kammerunion Ellbe/Oder. Wie die Studie belegt, hat der Containerverkehr mit Polen über den Hamburger Hafen im Jahr 2014 deutlich zugenommen; mit 395 Tsd. TEU wurden seeseitig 22,6% mehr Container abgefertigt als im Jahr zuvor (+73 Tsd. TEU).

Ein entscheidender Faktor hinsichtlich der räumlichen Nähe ist dabei der Außenhandel: So weist das Bundesland Hamburg neben einem relativ hohen Anteil des Imports (5,9%) aus und Exports (4,6%) nach Polen den höchsten absoluten Wert im Außenhandel unter den in der Studie betrachten Bundesländern auf. Dabei kommt Hamburg bei der Betrachtung der Ausfuhr (insgesamt) pro Kopf unter den deutschen KEO-Regionen mit 28.162 EUR (im Jahr 2013) auf den höchsten Wert; der deutsche Durchschnitt liegt bei nur 13.534 EUR. Noch höher liegt der Wert Hamburgs bei der Einfuhr (insgesamt) mit 39.456 EUR; der deutsche Durchschnitt liegt hier bei 11.189 EUR. Die Zunahme des Containerverkehrs nach Polen ist damit hauptsächlich durch eine Zunahme des polnischen Exports zu erklären, die wiederum auf die Wachstumsdynamik polnischer Häfen zurückzuführen ist. Hierbei handelt es sich um einen Aufholprozess des Handels, der zeigt, dass die Attraktivität des bilateralen seewärtigen Handels mit Polen sehr hoch ist, wovon der Hafen Hamburg mit seinem großen Netzwerk der Feederverkehrverbindungen profitiert.
Die Tendenz ist weiter steigend: Fortschreibungen des Außenhandels zwischen Hamburg und den Staaten der EU-27 bis 2020 deuten darauf hin, dass der Handel mit Polen weiter stark zu-nehmen wird (+44%). „Um weiter steigende Transportmengen auf der Schiene und anderen Verkehrswegen bewältigen zu können, ist die Modernisierung und der Ausbau der Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung“, sagt Ingo Egloff, Vorstand von Hafen Hamburg Marketing e.V.

„Mit dem Herausstellen der Beziehung zwischen dem Hamburger Hafen und seinen Beziehungen zu Polen lenken wir den Blick auf die Herausforderungen des gemeinsamen Wirtschaftsraums in den Stromgebieten von Elbe und Oder. Mit der Benennung der verkehrlichen Engpässe wollen wir der Politik aufzeigen, wo die Infrastruktur als Basis für florierende Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen besonders ausgebaut werden sollte“, so Prof. Dr. Hans-Jörg Schmidt-Trenz, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg und Generalsekretär der Kammerunion Ellbe/Oder.

Für die weitere Entwicklung der Elbe/Oder Region können zwei zentrale Handlungsfelder benannt werden: zum einen die sozioökonomische Struktur, zum anderen die Verkehrsinfrastruktur in der KEO. „Im Rahmen der Förderung des wissensbasierten Strukturwandels, der ein entscheidender Aspekt für die zukünftigen Perspektiven einer Region ist, müssen die Bildungs- und Forschungsaktivitäten gestärkt sowie die räumliche Konzentration von Wirtschaft und Bevölkerung auf die urbanen Zentren gefördert werden“, bekräftigt Dr. Jan Wedemeier, Volkswirt des HWWI.

Die Kammerunion Elbe/Oder ist ein grenzüberschreitender Zusammenschluss aus Wirtschaftskammern und Verbänden zur Stärkung der ökonomischen Leistungsfähigkeit der beteiligten Regionen. In der Union kooperieren deutsche, polnische und tschechische Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern zur gemeinsamen Interessenvertretung der Unternehmen der Region auf nationaler und europäischer Ebene.