Strategie 2030 - Europa

Die Europäische Union steckt in der Krise. Mit Großbritannien geht zwar nur eines von 28 Ländern von Bord, aber gemessen an der Bevölkerung ist Großbritannien größer als die 15 kleinsten EU-Länder, und gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist es größer als die 19 kleinsten Länder zusammen. Damit geht der Europäischen Union ein wirtschaftliches und politisches Schwergewicht verloren. Der "Exit" ist für EU-Mitglieder fortan nicht mehr nur ein denkbares theoretisches Konstrukt, sondern eine reale politische Option.

Gleichwohl ist ein Zerfall der Europäischen Union ebenso wenig wahrscheinlich wie eine rasche Vertiefung der Union in Richtung der "Vereinigten Staaten von Europa". Wir erwarten vielmehr ein Europa der zwei Geschwindigkeiten, in dem weitere Integrationsschritte von Ländern
mit ähnlichen Interessenlagen ("Clubs der Willigen") initiiert werden. Der Pragmatismus dürfte sich trotz der emotional aufgeladenen Stimmung durchsetzen.

Mithilfe einer Cluster-Analyse haben wir fünf Gruppen von EU-Mitgliedsstaaten identifiziert, die wegen bestehender Gemeinsamkeiten in ihrer Interessenlage eine vertiefte Zusammenarbeit möglich machen könnten. Ein Cluster bilden beispielsweise Belgien, Deutschland, Österreich, Frankreich und Spanien. Bei dieser Ländergruppe bestehen gute Chancen für eine proeuropäische Zusammenarbeit. Ein anderes Cluster hingegen steht eher für nationale Freiräume und für Skepsis gegenüber einer EUVertiefung. Neben Großbritannien gehören Dänemark, Finnland, Irland, die Niederlande sowie Schweden zu dieser Gruppe.

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Pressemitteilung zur Studie vom 12. Oktober 2016

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Berenberg und HWWI

Die Serie "Strategie 2030 - Vermögen und Leben in der nächsten Generation" analysiert langfristig orientierte volkswirtschaftliche Fragestellungen.

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