HWWI Insights 03 2011

Marktzutritt Indien

Indien bietet deutschen Unternehmen die Möglichkeit, als Pioniere kompetente Partner auf Augenhöhe und neue Geschäftsmöglichkeiten zu entdecken 

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Die Marktgröße und die steigende Wachstumsrate des BIP schaffen nachhaltiges Potenzial. Damit ist Indien mehr als die »verlängerte Werkbank China«.

Deshalb bietet das HWWI seit Ende 2010 einen One-Stop-Shop für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Hamburg. Mit der gebündelten Kompetenz der Projektpartner ist das HWWI der Ansprechpartner vor Ort für kleine und mittlere Unternehmen aus Hamburg, der sie bei ihrem Marktzutritt in Indien berät und begleitet. Dabei hat die unternehmerische Verantwortung für Sozial- und Umweltstandards höchste Priorität. Das Projekt wird durch die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds ESF gefördert.

Gunnar Geyer, Initiator des Projekts, steht als Ansprechpartner zur Verfügung.

Makroökonomische Perspektiven für den Marktzutritt von KMU


Makroökonomischer Überblick

  • BIP: 1 377 264 718 251 US-Dollar (2009)
  • BIP / Kopf: 1 192 US-Dollar (2009)
  • Inflationsrate: 13,2 % (2010), Tendenz fallend
  • Prognose: Wachstum wird sich mäßigen, aber weiterhin über dem Trend liegen: 2011: 8,2% | 2012: 7,8 %
  • Spitzenplatz in puncto Marktgröße: Rang 4 im WEF Competitiveness Index
  • Bis zum Jahr 2020 werden 136 Mio. neue Arbeitskräfte in Indien prognostiziert, circa 116 Mio. mehr als in China

Determinanten zur Marktgröße

  • Jährliches Bevölkerungswachstum: 2007: 1,47 % | 2008: 1,44 %
  • Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung: 2008: 31,7 % | 2030: 22,8 %
  • Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung: 2008: 4,8 % | 2030: 8,4 %
  • Importe Güter / Dienstleistungen: 2008: 219 Mrd. / 49 Mrd. US-Dollar | 2030: 316 Mrd. / 56 Mrd. US-Dollar
  • Exporte Güter / Dienstleistungen: 2008: 146 Mrd. / 87 Mrd. US-Dollar | 2030: 182 Mrd. / 103 Mrd. US-Dollar

Einkommensverteilung

  • Extreme Einkommensunterschiede: 50 % der ländlichen Bevölkerung müssen mit weniger als 771 US-Dollar p. a. auskommen, während dieser Anteil in den Städten nur 20 % beträgt
  • Aber großes Marktpotential: 15-20 % der Gesamtbevölkerung haben ein Jahreseinkommen von 1.564-2.314 US-Dollar und können daher zur Mittelschicht gezählt werden

Indiens Stärken

  • Aufstrebende Entwicklung des Finanzmarktes
  • Wachsender Pool gut ausgebildeter, junger Fachkräfte
  • Englisch als allgemeine Geschäftssprache
  • Gutes Standing im Hinblick auf Innovation und Business Sophistication
  • Boomende Städte und rascher Strukturwandel, z. B. im Einzelhandel und in den Schnellbahnsystemen
  • Wachsendes Umweltbewusstsein
  • Starker Dienstleistunssektor, z. B. in den Bereichen Kfz, Chemie, Pharma, Maschinenbau, Elektronik, IT, Back-Office-Services
  • Geringere Steuersätze als in China

Indiens Schwächen

  • Trotz fallender Armutsrate leben noch immer ca. 25 % der Bevölkerung in Armut
  • Starke Kontraste zwischen Stadt und Land
  • Defizite in der gesundheitlichen Versorgung
  • Ineffiziente Bürokratie

Chancen und Potenziale

  • Ausbaufähige Infrastruktur: Häfen, Luftfahrt, Transport und Logistik,
  • Medizintechnik und Biotechnologie
  • Technologien für erneuerbare Energien und saubere Kohleenergie
  • Tiefgreifende Verwaltungsreformen
  • Große Zahl von Wissenschaftlern und Ingenieuren macht Indien zu mehr als einer »verlängerten Werkbank«

Infografiken

 

Bilateraler Handel

Wachstumsraten Indien/China1

Maßnahmen- und Zeitplan 2011

Fußnote

1) eigene Darstellung, Quellen: Weltbank (2009); Germany Trade & Invest (2011).