HWWI Insights 04 2012

HWWI INSIGHTS im Gespräch mit Dr. …

Friso Schlitte


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Warum hast Du Dich damals für eine Promotion entschieden?

Ich habe bereits als Student die empirische Wirtschaftsforschung im damaligen Hamburgischen WeltWirtschafts-Archiv (HWWA) unterstützt. Die Arbeit hat mir großen Spaß gemacht, sodass ich die Möglichkeit zur Promotion am HWWI gerne ergriffen habe.

Selbstkritisch: Hat Dein Promotionsthema wirtschaftspolitische Relevanz?

In meiner Dissertation habe ich mich mit regionalen Unterschieden bezüglich Einkommen und Beschäftigung beschäftigt. Erkenntnisse über die Entwicklung räumlicher Unterschiede und den Faktoren regionaler Wachstumsprozesse sind beispielsweise auf europäischer Ebene im Rahmen der Kohäsionspolitik relevant. Auch in Deutschland bestehen erhebliche regionale Unterschiede (beispielsweise zwischen Ost und West). Die Frage, in welchem Maße und auf welche Weise Transfermittel für die Unterstützung strukturschwacher Regionen eingesetzt werden sollen, wird auch zukünftig nicht so schnell an Bedeutung verlieren.

Wie schätzt Du heute die beruflichen Aussichten für promovierte Volkswirte ein?

Der »typische« Arbeitsmarkt für Volkswirte ist vielleicht nicht besonders groß. Damit meine ich beispielsweise, dass Stellenangebote, in denen explizit nach Volkswirten gefragt wird, nicht besonders häufig vorkommen. Grundsätzlich denke ich aber, dass Volkswirte aufgrund ihrer analytischen Denkweise und des vertrauten Umgangs mit Zahlen gute Chancen haben, auch in Bereichen zu arbeiten, die nicht direkt eine volkswirtschaftliche Tätigkeit beinhalten.

Wie hast Du Promotion, Deine beruflichen Aufgaben im HWWI und ggfs. Familie unter einen Hut gebracht?

Die Promotion, neben den Aufgaben im HWWI und den Anforderungen an einen Familienvater mit mittlerweile zwei kleinen Kindern, voranzutreiben ist sicher nicht immer einfach gewesen. Dabei hat mir sehr geholfen, dass das HWWI die größtmögliche Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeiten und auch den Arbeitsort (also die Möglichkeit zum home-office) bietet.

Was kommt jetzt?

Zunächst habe ich einen noch zwei Jahre laufenden Vertrag mit dem HWWI, der unter anderem an ein sehr interessantes FP7-Forschungsprojekt der EU geknüpft ist. Anschließend wird wohl eine Richtungsentscheidung fallen, bei der die Perspektiven in der Forschung gegen andere Möglichkeiten abgewogen werden müssen.