HWWI Insights 04 2012

HWWI INSIGHTS im Gespräch mit Dr. …

Jan Wedemeier


PDF-Version des Artikels


Warum hast Du Dich damals für eine Promotion entschieden?

Na, um Doktor zu werden. (lacht) Also, zum einen war es mir wichtig, meine Qualifikation noch weiter zu verbessern, um später zum Beispiel in Führungspositionen von Behörden, Kammern oder Unternehmen zu arbeiten. Auf der anderen Seite war für mich die Promotion notwendig, um überhaupt in wirtschaftswissenschaftlichen Themen forschen und Position beziehen zu können, was in erster Linie mein berufliches Ziel ist.

Selbstkritisch: Hat Dein Promotionsthema wirtschaftspolitische Relevanz?

Ja, das hat es. Meine Dissertation trägt den Titel »The creative sector and its impact on employment growth« und deckt die Gründe auf, warum die Kultur- und Kreativwirtschaft durch die Wirtschaftspolitik gefördert werden sollte. Das ist neu, denn früher wurde Wirtschaftspolitik für diesen Bereich ohne Kenntnis der Theorie und Empirie betrieben. Zudem zeige ich in meiner Arbeit neue Instrumente zur Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Städten auf.

Wie schätzt Du heute die beruflichen Aussichten für promovierte Volkswirte ein?

Nach meiner Einschätzung sehr gut, da es nicht nur Einstellungsmöglichkeiten im Bereich der Forschung gibt, sondern promovierte Volkswirte auch in Banken, Behörden, Kammern, bei Unternehmensberatern, Verbänden, Versicherungen etc. benötigt werden. Gerade aufgrund der vielseitigen Themen und den unterschiedlichen Auftraggebern steigen die beruflichen Aussichten für promovierte Volkswirte.

Wie hast Du Promotion, Deine beruflichen Aufgaben im HWWI und ggfs. Familie unter einen Hut gebracht?

Mit viel Arbeitseinsatz, guter Organisation, Durchhaltevermögen und einer ordentlichen Portion Geduld. Ich denke dies sind – neben der Unterstützung meines Arbeitgebers, meiner Familie und meiner Freunde – die Zutaten für das erfolgreiche Meistern dieser Dreifachprüfung.

Was kommt jetzt?

Da ich gerade Vater geworden bin, freue ich mich darauf, ab Juli in Elternzeit gehen zu können, um mich erst einmal in erster Linie um meine Tochter zu kümmern. Diese Aufgabe ist sicherlich mit viel Verantwortung und Arbeit verbunden, aber auch mit viel Spaß. Ich werde die »Auszeit« aber auch für meine berufliche Zukunft nutzen, um mir neue Projektideen zu überlegen und um neue Motivation zu schöpfen.