HWWI Standpunkt

HWWI Standpunkte bieten ein Online-Forum für eine kurze Meinungsäußerung zu den aktuellen Themen und Kontroversen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Adressaten der HWWI Standpunkte sind die Medienvertreter, um einen informativen Austausch mit den HWWI-ForscherInnen anzuregen, aber auch jeder andere Interessierte.
HWWI Standpunkte sind in deutscher und englischer Sprache im pdf-Format nur online verfügbar und erscheinen in loser Folge.

HWWI Standpunkt

Deutschland hat die Wahl

Von Thomas Straubhaar

Deutschland steht vor der Wahl. Am 22. September wird der Bundestag neu bestellt. Zwei Themen werden die Entscheidung bestimmen: Soll Deutschland am Euro festhalten und sollen die Steuern erhöht werden? Nimmt man die Wahlprogramme der Opposition, müsste es um Deutschland ganz schlecht stehen. Nur ein abrupter Kurswechsel könne noch das Schlimmste verhindern. Nüchtern betrachtet, ist das Gegenteil richtig. Deutschland geht es besser als jemals zuvor seit der Wiedervereinigung. Für eine fundamentale Änderung weder in die eine Richtung - weg mit dem Euro,  noch in die andere - hin zu höheren Steuern, gibt es überzeugende Argumente.

 

„Spanische Verhältnisse“ in der Bundesliga – braucht der Fußball „Financial Fairplay“?

Von Henning Vöpel

Mit Bayern München und Borussia Dortmund stehen in diesem Jahr erstmals zwei deutsche Vereine im Finale der Champions League - ein großer Erfolg für den deutschen Fußball und die Bundesliga. Doch nicht zufällig wird gleichzeitig eine Diskussion über „spanische Verhältnisse“ in der Bundesliga geführt: Werden Bayern und Dortmund – ­ähnlich wie Barcelona und Madrid in Spanien – auf Jahre hinaus die Meisterschaft unter sich ausmachen – und die Bundesliga dadurch langweilig? Schon in dieser Saison war die Meisterschaft in der Bundesliga früh entschieden und das Niveau hinter Bayern und Dortmund eher schwach. Stehen Ausgeglichenheit der nationalen Liga und Wettbewerbsfähigkeit in internationalen Wettbewerben in einem Zielkonflikt zueinander?

 

Wer braucht (noch) den Euro?

Von Thomas Straubhaar

In der Diskussion, ob Deutschland mit einem Festhalten am Euro oder mit einer Rückkehr zur D-Mark eine bessere Zukunft vor sich hat, dominiert die Meinung, der Euro habe seine Wertaufbewahrungsfunktion verloren. Man hat Angst, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis eine (Hyper-)Inflation das Geldvermögen vernichtet habe. Deshalb kaufen sich viele Deutsche Sachwerte, wie Immobilien, Gold oder Schmuck. Sie wollen sich gegen einen befürchteten Wertverlust ihres Geldes durch Inflation schützen. Nur so ist erklärbar, wieso der deutsche Aktienleitindex, der Dax, im letzten Jahr 30 Prozent zulegte, obwohl die Wirtschaft praktisch stagnierte und das Bruttoinlandprodukt um weniger als ein Prozent wuchs.

Völlig vernachlässigt werden in der deutschen Diskussion die beiden anderen Geldfunktionen des Euro: die Vergleichs- und die Transaktionsfunktion.

 

Der lange Weg von Hamburg nach Skandinavien wird endlich kürzer

Von Jan Wedemeier

Die so genannte Vogelfluglinie – die Verbindung zwischen Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen auf Seeland über Falster und Lolland nach Deutschland – feiert dieses Jahr ihr 50. Jubiläum. Heute ist die Vogelfluglinie mit ihren 300 km die direkteste Verkehrsverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen über die Ostsee, um Güter, Innovationen und Wissen zwischen den beiden Metropolregionen zu transferieren. Der Bau der Vogelfluglinie vor 50 Jahren hat die europäische Integration von Skandinavien nach Westeuropa damals stark vorangetrieben. Die räumliche Verknüpfung wurde schnell zu einem wichtigen Meilenstein im transeuropäischen Verkehrsnetz.

 

Der Staat hat genug - Wege zu mehr Gerechtigkeit

Von Thomas Straubhaar

Der Staat braucht nicht mehr Geld. Er hat genug. Das ist nicht eine ideologische Forderung ewig gestriger Neoliberaler. Es ist die Meinung von über 90 Prozent der Deutschen Mitte März. Und es geht dabei nicht um den alten Streit „weniger Staat und mehr Markt“. Die Deutschen wollen einen besseren, leistungsfähigeren und gerechteren Staat. Mehr als 90 Prozent will, dass der Staat sein Geld klüger als bislang ausgibt und künftig vor allem mehr für Bildung investiert. Die Logik des gesunden Menschenverstands der Bevölkerung ist einfach: Allein schon knappe Mittel nicht zu verschwenden, sondern besser zu verwenden, sorgt für mehr Gerechtigkeit, weil dann mehr Geld für eine Umverteilung von reich zu arm zur Verfügung steht. Ob jung oder alt, ob Frau oder Mann, ob arm oder reich – alle müssen bessere Chancen haben, ihre Talente und Fähigkeiten einzubringen um aufzusteigen und damit nicht nur den individuellen, sondern auch den gesellschaftlichen Wohlstand zu steigern. Das zu ermöglichen, muss das Ziel staatlichen Handelns sein.

 

Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns: standpunkt(at)hwwi.org