Strategie 2030 - Freihandel

Protektionismus, also die wirtschaftliche Abschottung gegenüber ausländischer Konkurrenz, verschärfte die große Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren maßgeblich. Auch zu Beginn der globalen Finanzkrise 2008 befürchteten viele Experten, die betroffenen Länder könnten sich abschotten und den Handel mit dem Rest der Welt deutlich einschränken. Doch die Regierungen hatten die Lektion der Weltwirtschaftskrise gelernt. Sie ließen in den Jahren 2008 und danach die Grenzen weitgehend offen und verhinderten damit einen noch stärkeren Absturz. Der befürchtete Handelskrieg blieb also aus.

Dass internationaler Handel wohlstandssteigernde Wirkungen hat, ist heute sehr weit verbreitet akzeptiert. Es kann deshalb kaum überraschen, wenn viele Länder Handelsabkommen als Vehikel für mehr Wachstum nutzen. Die Europäische Union hatte in den vergangenen Jahren nicht nur die globale Finanzkrise zu überstehen, sie musste anschließend auch die systemische Eurokrise bewältigen. Für mehr Wachstum sollen künftig das europäisch-kanadische Freihandelsabkommen (CETA), das kurz vor dem Abschluss steht, und das Transatlantische Handels- und Investitionsabkommen (TTIP) zwischen der EU und den USA sorgen.

Wir beleuchten in dieser Publikation insbesondere das angestrebte Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA (Kapitel 2 und 3). Dabei untersuchen wir nicht nur die potenziellen Wachstums- und Beschäftigungswirkungen, sondern skizzieren auch Elemente des Abkommens, die in der Bevölkerung umstritten sind. In Kapitel 4 widmen wir uns den theoretischen Grundlagen des Außenhandels, seinen Vor- und Nachteilen sowie der historischen Entwicklung der Globalisierung. Wir zeigen, dass Globalisierung kein neues Phänomen ist – schon vor dem Ersten Weltkrieg gab es eine erste wichtige Globalisierungs-Phase. Aber das Gesicht der Globalisierung hat sich im Zeitablauf mehrfach geändert. In Kapitel 5 betrachten wir die Handelspolitik. Wir zeigen, wie vielfältig die handelspolitischen Interessen und wie vielfältig die Instrumente sind. Außerdem wagen wir einen Ausblick auf die weitere Entwicklung der Handelsabkommen. Schließlich leiten wir in Kapitel 6 in einigen Thesen wahrscheinliche Folgen für die Wirtschaft ab. Dabei berücksichtigen wir auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Trends, die im Zusammenspiel mit künftigen handelspolitischen Entwicklungen besondere Auswirkungen für die Wirtschaft haben dürften.

Die einzelnen Kapitel dieser Publikation stehen naturgemäß in Beziehung zueinander. Sie sind aber auch so weit in sich geschlossen, dass die Kapitel einzeln bzw. selektiv gelesen werden können.


Teil 19 "Strategie 2030 - Freihandel"

Pressemitteilung der Berenberg zur Studie vom 20. Januar 2015

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Berenberg und HWWI

Die Serie "Strategie 2030 - Vermögen und Leben in der nächsten Generation" analysiert langfristig orientierte volkswirtschaftliche Fragestellungen.

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