Herausforderungen und Perspektiven der Migration im makroökonomischen Kontext

01.10.2006 | HWWI Policy Paper | von Thomas Straubhaar

Was ist das "Fremde" und was ist das "Eigene" in einem Zeitalter, in dem sich die Wirtschaft globalisiert, die Gesellschaft individualisiert und die Politik internationalisiert? Wer gehört dazu und wer nicht in einer Welt, in der historisch gewachsene politische, soziale und ökonomische Verbindungen mit geringen Kosten gekappt werden können und ein Wechsel von einer Bezugsgruppe zur nächsten vergleichsweise einfach geworden ist? Wer sind "wir" und wer sind die "andern", wenn aus 25 und bald 27 einzelnen Ländern ein gemeinsames Europa wird, alte nationale Bindungen schwächer und neue funktionale Beziehungsnetze wichtiger werden? Was hält eine Solidargemeinschaft zusammen, wenn die Globalisierungswelle Grenzzäune wegreißt, Schutzdämme wegspült und gerade den stärkeren Leistungsträger(inne)n – also den Netto-Zahler(inne)n – problemlos ermöglicht, die mit riesigen Finanzierungsschwierigkeiten kämpfenden Wohlfahrtsstaaten verlassen zu können. Was macht den "Kitt" einer Gesellschaft aus und wer ist in einer offenen Gesellschaft noch bereit, zu bleiben und sich zu binden? Um diese Fragen geht es in meinem Beitrag.