Ägyptische, afghanische und serbische Diasporagemeinden in Deutschland und ihre Beiträge zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer

29.01.2007 | HWWI Research Paper | von Tatjana Baraulina, Michael Bommes, Heike Daume, Tanja El-Cherkeh, Florin Vadean

In neueren wissenschaftlichen und politischen Diskussionen ist der Beitrag so genannter Diasporagemeinden zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer registriert worden. Es besteht jedoch ein erheblicher Wissensbedarf bezüglich (1.) der Typen und Muster ökonomischer, sozialer und kultureller Transferleistungen zwischen Diaspora und Herkunftsländern, (2.) der sozialen, ökonomischen und politischen Bedingungen für das Zustandekommen oder die Blockierung solcher Leistungen sowie (3.) die Anforderungen an eine Politik, die versucht, solche Leistungen in konstruktiver Weise zu unterstützen und für entwicklungspolitische Zielsetzungen zu nutzen.  Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel der hier vorgestellten Pilotstudie, am Beispiel der Diasporagemeinden der Ägypter, Afghanen und Serben in Deutschland explorativ einen Forschungsansatz zu entwickeln und zu erproben, der die relevanten Dimensionen bei der Untersuchung des Beitrags von Migration zur Entwicklung erfassen soll.  Die Studie, welche vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), Universität Osnabrück, gemeinsam mit der Migration Research Group (MRG) des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archivs (HWWA) sowie des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) durchgeführt wurde, stützt sich primär auf etwa 80 Leitfadeninterviews. Diese Interviews wurden in einer Vielzahl von Städten in Deutschland mit „Schlüsselfiguren“ der drei Gemeinden, welche anhand des sogenannten „Schneeballverfahrens“ ermittelt worden waren, durchgeführt. Ein Teil der Interviews fand zudem direkt vor Ort in Serbien (Belgrad) sowie in Ägypten (Kairo) statt (aus sicherheitstechnischen Überlegungen und finanziellen Beschränkungen wurden keine Interviews in Afghanistan durchgeführt). Des Weiteren basiert die Studie auf der Auswertung wissenschaftlicher Studien sowie verschiedenster Dokumente von nationalen Gremien und internationalen Organisationen.

Autoren

Prof. Dr. Michael Bommes