Pressemitteilung

4. Projektworkshop zum Modellprojekt „ThürReg“ liefert Zwischenergebnisse

17. Mai 2013

Wie können Arbeitssuchende besser beraten und vermittelt werden? Wie können Regionen zukunftsfähig gestaltet und Fachkräfte für diese gewonnen werden? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung am 15. Mai 2013 beim 4. Projektworkshop des Projektes „ThürReg: Ein Modellprojekt zur Förderung von Innovation und Beschäftigung“ im Internationalen Begegnungszentrum (IBZ) der Universität Erfurt. Das Projekt besteht seit November 2012 unter der Leitung von Dr. Johannes Jaenicke von der Erfurter Niederlassung des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), welches zusammen mit der Optionskommune Schmalkalden-Meiningen Projektinitiator ist.

Der Landkreis-Schmalkalden-Meiningen kann sich freuen: Anhand des Arbeitsmonitors der Bundesagentur für Arbeit wurde gezeigt, dass der Landkreis sehr große Erfolge bei der Erhöhung der Beschäftigungsquote für ältere Arbeitnehmer erzielt hat und bei diesem Indikator bundesweit sehr gut dasteht. Diese Erfolge haben sich jedoch nicht in gleicher Stärke in der Senkung der altersspezifischen Arbeitslosenquote niedergeschlagen. Es wurde gezeigt, wie in der Datenbank der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung Thüringen (GFAW) „Innovationspool Thüringen“ vom Europäischen Sozialfond (ESF) geförderte, modellhafte und transnationale Projekte in Thüringen gesucht werden können.

Beim Projektworkshop erläuterte Prof. Joachim Wilde von der Universität Osnabrück im Eröffnungsvortrag, dass bei der Arbeitsvermittlung eine gute und auf Vertrauen basierende Zusammenarbeit zwischen Fallmanager und zu Beratendem wesentlich ist, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Beratenen eine Beschäftigung finden. Neben der Integration Arbeitssuchender und der passgenauen Vermittlung von Fachkräften in der Region bildeten die Erwartungen der Unternehmen zum Arbeitskräftebedarf in Südthüringen einen weiteren Schwerpunkt des Workshops. Meister, Techniker und Fachwirte werden in den nächsten 12 Monaten demnach branchenübergreifend gesucht werden. Insbesondere Industriebetriebe der Stadt Suhl und des Landkreises Schmalkalden-Meiningen wünschen sich zudem, dass Langzeitarbeitslose auf den Wiedereinstieg ins Berufsleben bedarfs- und personengerecht vorbereitet werden.

Ein weiterer Höhepunkt des Workshops war der Vortrag von Staatssekretärin a.D. Prof. Marion Eich-Born, die anhand der Europäischen Modellregion für erneuerbare Energien Güssing in Österreich darlegte, welche positiven Effekte ein kluges regionales Zukunftsmanagement auf die wirtschaftliche Entwicklung haben kann. Der Workshop diskutierte auch die Frage, warum in Schmalkalden-Meiningen prozentual deutlich weniger Personen in Bedarfsgemeinschaften leben als beispielsweise in der Stadt Jena.

PD Dr. Matthias Vonken von Universität Erfurt berichte aus einem laufenden ESF-Projekt zur Entwicklung und Erprobung einer Integrationsstrategie zur Integration langzeitarbeitsloser Älterer. Es herrschte großes Einvernehmen darüber, dass die Berücksichtigung von Erwerbs- und Bildungsbiographien einen wichtigen Ansatzpunkt für die bessere Fundierung der Beratung darstellt. Die Ergebnisse der durchgeführten Interviews des ThürReg-Teams mit Kunden des Jobcenters Schmalkalden-Meiningen bildeten den Abschluss des Workshops. Die Interviews gaben einen aufschlussreichen Einblick in die Innensicht der Betroffenen.

Zu den Vortragenden gehörten, neben Vertretern des HWWI-Projektteams, Wissenschaftler der Universitäten Erfurt, Weimar und Osnabrück sowie Vertreter der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung (ThAFF) und der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung Thüringen (GFAW). Außerdem waren die Arbeitsagenturen Suhl und Altenburg-Jena, das Landesarbeitsmarktprogramm Thüringen sowie die Interessengemeinschaft zur Förderung der Beruflichen Weiterbildung e.V. Schmalkalden (IFBW e.V.) unter den Teilnehmenden. In den zukunftsweisenden Diskussionsbeiträgen wurden neue wissenschaftliche Erkenntnisse und praxisnahe Erfahrungen ausgetauscht und Berührungspunkte der unterschiedlichen Projekte bekräftigt.

Ein zentrales Ergebnis des Workshops ist das Ziel einer noch intensiveren Zusammenarbeit und des nachhaltigen Erfahrungstransfers zwischen den um das Projekt „ThürReg“ versammelten Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeitsmarktverwaltung und Vertretern sozialer Dienstleistungen.

Das Modellprojekt „ThürReg“ wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Ernst-Abbe-Stiftung und des Landkreises Schmalkalden-Meiningen finanziert. Weitere Informationen finden Sie auf: http://www.thuerreg.de/.

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