Pressemitteilung

Ölpreisanstieg erhöht den Rohstoffpreisindex

02. März 2011

Der HWWI-Rohstoffpreisindex stieg im Februar gegenüber dem Vormonat auf Basis von US-Dollar um 4,5 % und auf Euro-Basis um 2,2 % an. Auf US-Dollar-Basis notierte Brentöl mit 7,3 % (in Euro: 5,2 %) höher als im Vormonatsdurchschnitt. Seit Anfang Dezember 2010 ist der Preis für Brentöl damit um gut 22 % gestiegen.

Der Anstieg der Ölpreise ist zum Teil auf das kräftige Wachstum der Weltkonjunktur und die damit verbundene höhere Ölnachfrage zurückzuführen. Besonders China benötigt für seine stark wachsende Wirtschaft Öl. So hat die Internationale Energieagentur ihre Zahlen für die globale Ölnachfrage für 2011 um 120 000 Tausend Barrel auf 89,3 Millionen Barrel pro Tag heraufgesetzt.

Zudem haben die Unruhen in Nordafrika zu den Preissteigerungen beigetragen. Mit dem Ausbrechen der Ausschreitungen in Ägypten stieg der Preis für Brent über die 100-Dollar-Marke, da die Anleger befürchteten, dass der Suez-Kanal geschlossen werden könnte und damit ein wichtiger Transportweg für Öl nach Europa versperrt wäre. Die Entspannung der Situation in Ägypten führte zunächst zu einem sinkenden Ölpreis. Der Ausbruch eines Bürgerkrieges in Libyen ließ den Ölpreis jedoch wieder kräftig ansteigen. Das Brentöl bis an die 120 Dollar pro Barrel. 

Über die tatsächlichen Ausfälle bei der Ölförderung in Libyen besteht weiterhin Unklarheit. Große internationale Energiekonzerne haben ihre Mitarbeiter aus Libyen abgezogen. Zudem gibt es Berichte, die besagen, dass der überwiegende Anteil der Ölhäfen und Raffinerien in Libyen schon geschlossen sei. Schätzungen gehen daher davon aus, dass zwei Drittel der libyschen Ölproduktion still steht. Doch auch wenn Libyens Öllieferungen komplett ausfallen würde, könnten sie durch andere Länder ausgeglichen werden. Während die Ölförderung Libyens bei 1,6 Mio. Barrel pro Tag liegt, belaufen sich die freien Kapazitäten der Opec auf 5 Mio. Barrel pro Tag. Davon gehören etwa 3,5 Mio. Barrel Saudi Arabien. Um die Märkte zu beruhigen, hat Saudi Arabien seine Ölförderung bereits um 0,5 Mio. Barrel erhöht. Auch Kuwait hat angekündigt, bei weiteren Lieferausfällen Libyens seine Ölproduktion um 0,2 Millionen Barrel anzuheben.

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ohne Energie erhöhte sich mit 3,5 % (in Euro: 1,3 %) im Februar ebenfalls, da die wachsende weltweite Konjunktur die Rohstoffnachfrage ansteigen ließ. Bei den NE-Metallen stiegen im Februar besonders die Preise von Zinn um 14,9 % (in Euro: 12,5 %) und von Nickel um 10,3 % (in Euro: 8,0 %). Ende Februar gab es bei den Metallen kurzzeitige Preisrückgänge, da befürchtet wurde, der Ölpreis könnte die weltweite Konjunkturentwicklung belasten. Bei den Agrarrohstoffe waren die größten Preisanstiege bei Baumwolle mit 22,6 % (in Euro: 20,1 %) und Wolle mit 12,4 % (in Euro: 10,1 %) zu verzeichnen.

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