Pressemitteilung

HWWI-Rohölindex ist in Euro auf einem Rekordstand

06. März 2012

Die Weltmarktpreise für Rohstoffe sind im Februar gestiegen. Der Monatswert des HWWI-Rohstoffpreisindex lag in Euro 2,2 % höher als im Januar. Auf US-Dollar-Basis waren es 4,8 %. Besonders erhöhten sich die Preise für Rohöl mit 5,6 % (in Euro: 3 %), für NE-Metalle mit 4,1 % (in Euro: 1,6 %) und für Ölsaaten mit 4,2 % (in Euro: 1,7 %).

Mit den neuerlichen Anstiegen notiert der Ölindex, in dem die Ölsorten WTI, Brent und Dubai gleichgewichtet enthalten sind, im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 % (in Euro: 19,1 %) höher. Die Preisanstiege beim Öl in den letzten Monaten bekommt besonders die europäische Industrie zu spüren. Zwar lag der Brentpreis im Monatsdurchschnitt Februar mit unter 120 US-Dollar pro Barrel noch unter dem Höchststand aus Juli 2008, als der Ölpreis über 133 US-Dollar notierte, aber in Euro bewertet hat der Ölpreis dagegen einen neuen Höchststand erreicht (siehe Abbildung unten). Dies ist darauf zurückzuführen, dass damals der Euro gegenüber dem US-Dollar höher notierte. Während im Juni 2008 1,57 US-Dollar für ein Euro bezahlt werden mussten, waren es im Februar 2012 im Durch-schnitt nur noch 1,32 US-Dollar.

Bei den NE-Metallen verteuerte sich besonders Zinn mit einem Anstieg von 14 % (in Euro: 11,3 %). Dagegen erhöhten sich die Preise für Kupfer um 4,9 % (in Euro: 2,4 %), für Zink um 4,2 % (in Euro: 1,7 %) und Nickel um 3,5 % (in Euro: 1,1 %). Der vergleichsweise starke Anstieg beim Zinn ist auf starke Regenfälle in Indonesien zurückzuführen, die dort den Bergbau und den Abtransport des Metalls beeinträchtigen. Laut der United States Geological Survey besitzt Indonesien hinter China über die größten Zinnreserven und ist der größte Zinnexporteur weltweit. Zinn wird besonders als Lötmaterial in der Elektronikindustrie und beim Verzinnen korrosionsanfälliger Metalle benötigt. Trotz der jüngsten Preisanstiege notiert Zinn aber immer noch um 22,9 % (in Euro: -20,4 %) niedriger als vor einem Jahr. Der Gesamtindex für NE-Metalle liegt mit 15,6 % (in Euro: -12,9 %) unter dem Vorjahresniveau.

Die größten Preisrückgänge seit Februar 2011 waren mit gut 50 % (in Euro: 48,9 %) bei Baumwolle zu verzeichnen. Im Jahr 2010 waren in dem wichtigen Anbauland Pakistan aufgrund von Überflutungen große Teile der Baumwollernte zerstört worden. Die Preisanstiege setzten sich bis in das Jahr 2011 fort. Letztlich führten die hohen Preise dazu, dass die Anbauflächen für Baumwolle ausgedehnt wurden. Das daraufhin erhöhte Angebot drückte dann in der zweiten Jahreshälfte 2011 auf die Baumwollpreise. Im Vergleich zum Vormonat fielen die Preise im Februar 2012 um 4,5 % (in Euro: -6,6 %).

Während sich der Index für Getreide im Monatsdurchschnitt mit 0,8 % (in Euro: 1,6 %) im Februar nur vergleichsweise leicht erhöhte, verteuerten sich aufgrund schlechterer Ernteaussichten in Südamerika Sojabohnen um 4,5 % (in Euro: 1,9 %).




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