Demografie, Migration und Integration

Im Themenfeld Demografie, Migration und Integration beschäftigen wir uns mit den theoretischen und empirischen Aspekten demografischer Entwicklungen. Aus deren makroökonomischen Rückwirkungen leiten wir den (wirtschaftspolitischen) Handlungsbedarf für staatliche Entscheidungsträger, Unternehmen und Gesellschaft ab. Weiter analysieren wir die Ursachen und Folgen internationaler Wanderungsbewegungen. Hierbei betrachten wir sowohl innereuropäische Migrationsprozesse, als auch Zu- und Abwanderungen über die Grenzen der Europäischen Union. Daraus leiten wir politische, gesellschaftliche und ökonomische Folgerungen ab, wie sich die Vorteile der Migration maximieren und die Nachteile minimieren lassen, so dass insgesamt politisch gangbare, gesellschaftlich akzeptierte und ökonomisch effiziente Integrationsprozesse wahrscheinlicher werden. Ein Schwerpunkt liegt in der Analyse der türkisch-europäischen Migration und der Integration von Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland. Dabei spielen die Folgen einer multiplen Staatsangehörigkeit und der unternehmerischen Selbständigkeit eine besondere Rolle.

Publikationen

Bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen in den USA hat das Thema Einwanderung erneut eine prominente Rolle gespielt. Während Barack Obama aktiv für eine liberale Zuwanderungspolitik warb, stellte sein republikanischer Widersacher Mitt Romney lange die Bekämpfung der illegalen Zuwanderung in den Mittelpunkt. Obwohl der Außenhandel ähnliche Auswirkungen auf den einheimischen Arbeitsmarkt haben kann wie Zuwanderung, vertreten die Republikaner auf diesem Feld – im Gegensatz zu den Demokraten – seit vielen Jahren eine sehr liberale Position. Eine neue Forschungsstudie greift die skizzierten Unterschiede zwischen Republikanern und Demokraten auf und analysiert die Außenhandels- und Zuwanderungspolitik der USA aus politökonomischer Perspektive.

Beitrag in Sammelwerk

Development and receiving countries

von Thomas Straubhaar, Manh-Cuong Vu
Over the last decades, the United States has become increasingly integrated in the world economy. Very low trade barriers and comparatively liberal migration policies have made these developments possible. What drove US congressmen to support the recent wave of globalization? While much of the literature has emphasized the differences that exist between the political economy of trade and migration, in this paper we find that important similarities should not be overlooked. In particular, our analysis of congressional voting between 1970 and 2006 suggests that economic drivers that work through the labor market play an important role in shaping representatives' behavior on both types of policies. Representatives from more skilled-labor abundant districts are more likely to support both trade liberalization and a more open stance vis-à-vis unskilled immigration. Still, important systematic differences exist: welfare state considerations and network effects have an impact on the support for immigration liberalization, but not for trade; Democratic lawmakers are systematically more likely to support a more open migration stance than their Republican counterparts, and the opposite is true for trade liberalization.
Beitrag in Sammelwerk

Beyond 'Push-Pull': The Economic Approach to Modeling Migration

von Dragos Radu, Thomas Straubhaar