Konjunktur

Aktuelle HWWI-Konjunkturprognose

01.12.2022 | Pressemitteilung | von Michael Berlemann, Jörg Hinze
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Deutsche Wirtschaft weiterhin im Krisenmodus

- Trotz anhaltender Krisen bis Herbst noch moderates Wachstum

- Im Winterhalbjahr 2022/23 droht aber Rezession bei Inflation

- Energieverteuerung und geopolitische Risiken als Wachstumsbremsen

(Hamburg, 1. Dezember 2022) Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) aktualisiert wie üblich zu Jahresende seine Prognose der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland für die folgenden zwei Jahre. Trotz Krisen (Ukraine-Krieg, Energieverteuerung, Corona, Lieferkettenprobleme) ist die deutsche Wirtschaft bis zum Herbst noch leicht gewachsen, die Inflation hat sich dabei allerdings beschleunigt. Für das Winterhalbjahr 2022/23 zeichnet sich nun aber eine rezessive Entwick-lung ab. Ohne weitere Verschärfung der Krisenlage kann ab Frühjahr 2023 mit einem Überschreiten der aktuellen Preisspitzen und einer Wiederbelebung der Wirtschaft gerechnet werden. 2024 könnte die Wirtschaft dann weiter moderat wachsen.

Unter diesen Bedingungen erwartet das HWWI für Deutschland nach einem Wirt-schaftswachstum von noch etwas mehr als 1 ½ % in diesem Jahr für 2023 einen Rückgang um -½ % und für 2024 eine Zunahme um annähernd 2 %. Für die Inflationsrate wird nach durchschnittlich 8 % in diesem Jahr mit einer Abschwächung auf 6 ½ % in 2023 und 2 ¾ % in 2024 gerechnet.

„Auch wenn die Erzeugerpreise möglicherweise ihr Maximum überschritten haben, wird es auch im nächsten Jahr noch eine erhebliche Inflationsrate geben. Die Konsumentenpreise laufen den Erzeugerpreisen typischerweise einige Monate nach, weil die Unternehmen Preissteigerungen nur mit Verzögerung an den Endverbraucher weitergeben. Dennoch wird die Inflationsrate voraussichtlich im nächsten Jahr spürbar sinken“, sagt Prof. Dr. Michael Berlemann, wissenschaftlicher Direktor des HWWI.

Eckdaten für Deutschland (JPEG)

Die neueste Konjunkturprognose des HWWI im Detail finden Sie hier.

Vollständige Darstellung aller makroökonomischen Aggregate (PDF)

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Autoren

Prof. Dr. Michael Berlemann
Jörg Hinze