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Thüringen: Industrie- versus Ordnungspolitik

14.07.2011 | HWWI News Thüringen | von Joachim Zweynert

Eines der ehernen Paradigmen des Ordoliberalismus lautet, dass Industriepolitik abzulehnen sei, weil hier direkt in die Märkte eingegriffen wird. Auch dann, wenn die Politik Strukturwandel beschleunigen wolle, müsse sie sich auf Maßnahmen beschränken, die am rechtlich-institutionellen Rahmen ansetzen und so die Entscheidungen der Marktteilnehmer nicht verzerren. Wirtschaftspolitische Empfehlungen müssen sich aber vor allem praktisch bewähren. Wer über Wirtschaftspolitik nur im Rahmen theoretischer Paradigmen nachdenkt, der verfährt ungefähr so, wie jene von Walter Eucken in den „Grundlagen der Nationalökonomie“ geschilderten Mönche, die nächtelang darüber streiten, ob Milch bei Minusgraden gefriert oder nicht – statt einfach einmal eine Flasche Milch über Nacht vor die Tür zu stellen und nachzuschauen, was passiert.

Autoren

Prof. Dr. Joachim Zweynert