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Hamburgische WeltWirtschaftsinstitut
HWWI Studien

Die wirtschaftliche Dimension des Sports in Hamburg

Michael Berlemann, Erik Haustein, Andreas Lagemann, Paula Schwamb, Daniela Wenzel (2026),
HWWI Studien, Nr. 6, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut.

Die Studie untersucht umfassend die wirtschaftliche Bedeutung des Sports für die Freie und Hansestadt Hamburg. Sport erfüllt nicht nur zentrale gesellschaftliche Funktionen wie Gesundheitsförderung, soziale Integration und Steigerung der Lebenszufriedenheit, sondern wirkt zugleich als bedeutender – oft unterschätzter – Wirtschaftsfaktor. Da Sport in der amtlichen Statistik nicht als eigener Wirtschaftssektor ausgewiesen wird, bleiben seine wirtschaftlichen Effekte häufig verborgen. Die Studie schließt diese Lücke und analysiert systematisch die direkten, indirekten und induzierten Effekte der Sportwirtschaft in Hamburg.

Hamburg zählt zu den aktivsten Sportregionen Deutschlands. Die Active City Strategie fördert den Ausbau von Sportinfrastruktur sowie die Beteiligung der Bevölkerung an sportlichen Aktivitäten. Die Stadt verfügt über ein breites Spektrum an Sportangeboten, von einem starken Breitensport über eine dynamische Fitness- und Gesundheitsbranche bis hin zu erfolgreichen Profisportstrukturen. Hamburg ist zudem regelmäßig Austragungsort bedeutender Sportveranstaltungen, die weit über den sportlichen Aspekt hinausgehen und beträchtliche wirtschaftliche Effekte generieren. Dazu zählt neben den Bundesligafußball beim Hamburger Sport Verein und dem FC ST. Pauli unter anderem der World Triathlon Hamburg, die Cyclassics, die traditionsreichen Tennisturniere am Rothenbaum und das stark wachsende HYROX-Format. Diese Events ziehen jedes Jahr zehntausende Sportlerinnen, Sportler und Zuschauende an, steigern die Auslastung von Hotels und Gastronomie, erhöhen die Medienpräsenz der Stadt und wirken als Impulsgeber für zusätzliche Konsumausgaben. Sie tragen damit maßgeblich zur touristischen Wertschöpfung und zur internationalen Positionierung Hamburgs als Sportmetropole bei.

Die im Rahmen der Studie durchgeführte Input-Output-Analyse zeigt eindrücklich, wie groß die ökonomische Reichweite des Sports ist. Für den Sportsektor ergibt sich ein Bruttowertschöpfungsmultiplikator von 2,4. Das bedeutet, dass jedem Euro Wertschöpfung im Sportsektor insgesamt 2,4 Euro gesamtwirtschaftlicher Wertschöpfung in Hamburg gegenüberstehen. Der Beschäftigungsmultiplikator beträgt 2,3, was darauf hinweist, dass jeder Arbeitsplatz im Sportsektor insgesamt 2,3 Arbeitsplätze in der Hamburger Wirtschaft sichert. Insgesamt steht der Sportsektor mit 14.744 Arbeitsplätzen sowie 5.311,94 Millionen Euro Bruttowertschöpfung innerhalb Hamburgs im Zusammenhang.

Die Studie macht deutlich, dass Sport weit über seinen unmittelbaren Kernbereich hinaus wirkt und ein bedeutender Wachstumsmotor für zahlreiche vor- und nachgelagerte Branchen ist. Sportgroßveranstaltungen verstärken diesen Effekt besonders deutlich, indem sie Touristinnen und Touristen anziehen, internationale Sichtbarkeit schaffen und zusätzliche Umsätze in Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Verkehr und Medienwirtschaft auslösen. Die Ergebnisse belegen, dass Sport ein strategisch relevanter Bestandteil der regionalen Wirtschaftsleistung und Standortentwicklung Hamburgs ist. Die Studie bildet damit eine fundierte Grundlage für zukünftige wirtschafts- und stadtentwicklungspolitische Entscheidungen und unterstreicht die Bedeutung des Sports als gesellschaftlicher, kultureller und wirtschaftlicher Motor der Stadt.