Deutliches Wirtschaftswachstum 2026 möglich
Wirtschaftsdienst 105(12), 923-924.
Die deutsche Wirtschaft wartet auf die Konjunkturwende. Wie schon im ersten Halbjahr 2025 insgesamt stagnierte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch im dritten Quartal. Ein schwieriges internationales Umfeld und eine bislang eher zaghafte Umsetzung von Reformen durch die neue Regierung bremsten weiterhin die Wirtschaftsentwicklung. So zog sich der US-Zoll-Streit bis ins dritte Quartal hinein. Zudem hat sich die Wettbewerbsfähigkeit durch die Euroaufwertung gegenüber dem US-Dollar deutlich verschlechtert. Das dämpfte vor allem die Ausfuhren in die USA, aber auch die übrigen in Dollar abgerechneten Ausfuhren. Und die Exporte nach China stehen dort unter verschärftem Konkurrenzdruck. Gleichzeitig sind die Importe gestiegen, sodass der Wachstumsbeitrag von außen negativ war. Überdies gelang es der Regierung bislang nicht, eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Die Umsetzung der angekündigten Reformen kam eher langsam voran und wurde durch Divergenzen innerhalb der Koalition überlagert. Eine Stimmungsverbesserung, bei Unternehmen wie auch Verbrauchern, blieb so zunächst aus.