Institutional Reform and Deposors' Portfolio Choice. Evidence from Bank Account Data
HWWI Working Papers Nr. 1/2026, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut.
In diesem Beitrag nutzen wir das natürliche Experiment der deutschen Teilung und Wiedervereinigung, um die
Auswirkungen institutioneller Reformen auf die Entscheidung zum Halten risikoreicher Vermögenswerte zu untersuchen. Wir legen empirische Belege vor, die darauf hindeuten, dass sich die risikoreichen Portfolios ost- und westdeutscher Bankkunden selbst 16 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung systematisch unterschieden, selbst nach Berücksichtigung des Vermögens und anderer soziodemografischer Faktoren. Während diese Unterschiede bei Bankkunden mit Erfahrungen im ehemaligen kommunistischen System besonders ausgeprägt sind, unterscheidet sich selbst die jüngere Generation der Ostdeutschen hinsichtlich der Wahl risikoreicher Anlagen nach wie vor deutlich von ihren westdeutschen Altersgenossen. Informelle Institutionen haben somit tendenziell lang anhaltende Auswirkungen auf das Portfolioverhalten.