HWWI Divider
assorted food in socks
13.05.2026 | pressemitteilung 25

Starker Anstieg des HWWI-Rohstoffpreisindex infolge des Irankriegs

Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist infolge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten deutlich angestiegen und weist derzeit eine erhöhte Volatilität auf. Besonders betroffen sind Energierohstoffe, deren Preise zuletzt stark zunahmen.

In den vergangenen drei Monaten zeigte sich der HWWI-Rohstoffpreisindex stark volatil. Nach einem Rückgang im Februar um -2,4 % legte der Index nach Beginn des Nahostkonflikts im März 2026 um 28,1 % zu. Im April stabilisierte sich der Index (-0,6 %), lag damit allerdings 27,7 % über dem entsprechenden Vorjahreswert (Datenstand: 04.05.2026).

Der leichte Rückgang im Februar ist vor allem auf sinkende Werte im Nahrungs- und Genussmittelindex (-6,0 %) sowie beim Industrierohstoffindex (-4,7 %) zurückzuführen. Während sich der Energierohstoffpreisindex im Februar nur leicht bewegte (-1,2 %), war er im März maßgeblich für den starken Anstieg des Gesamtindex verantwortlich und stieg um 39,0 %. Im April sanken die Preise für Energierohstoffe allerdings leicht (-1,7 %). Im Vergleich zu April 2025 notiert der Energierohstoffindex jedoch weiterhin rund 37,3 % höher.

Die Preise für europäisches Erdgas wiesen im Berichtszeitraum einen wechselhaften Verlauf auf. Im Februar 2026 gingen sie gegenüber dem Vormonat um 5,7 % zurück. Im März kam es hingegen zu einem starken Anstieg um 58 %. Im April 2026 sanken die Preise dann wieder um 12,4 %. Während die Preise zu Beginn des Berichtszeitraums noch unter dem Vorjahresniveau lagen (Februar: -26,9 %), überstiegen sie dieses im März sprunghaft (+34,8 %). Letztendlich lagen sie im April weiterhin 34,4 % über den Werten des April 2025.

Nach der anfänglich negativen Entwicklung im Februar erhöhte sich der Nahrungs- und Genussmittelindex im weiteren Berichtszeitraum weiter. Im März stieg er zunächst um 2,8 % und anschließend im April um 1,2 %. Insgesamt lag der Index trotz des leichten Anstiegs im April 2026 um 16,7 % unter dem Vorjahresniveau von 2025.

Die Entwicklung des Nahrungs- und Genussmittelindex wurde im Februar 2026 maßgeblich durch die Preisbewegungen bei Kakao geprägt (-28,4 %). Im März 2026 ging der Kakaopreis weiter um 9,6 % zurück. Im April setzte dann eine moderate Erholung um 4,4 % ein. Gegenüber dem Vorjahresniveau lag der Kakaopreis im Februar um 63,4 % niedriger, im März um 59,9 % und im April um 58,5 %. Auch die Kaffeepreise wiesen im gleichen Zeitraum deutliche Bewegungen auf. Im Februar 2026 sanken sie moderat um 9,8 %, stiegen im März leicht an (+2,3 %), ehe sie im April wieder zurückgingen (-2,6 %). Im Vorjahresvergleich lagen die Kaffeepreise im Februar um 24,5 % niedriger und näherten sich im weiteren Verlauf leicht dem Vorjahresniveau an (April: -20,7 %). Trotz der weiterhin rückläufigen Entwicklung beim Kakaopreis stieg der Nahrungs- und Genussmittelindex in den letzten beiden Monaten an. Maßgeblich hierfür waren unter anderem höhere Preise bei Weizen, der im März um 11,1 % und im April um weitere 4,4 % zulegte.

Der Industrierohstoffindex sank im Februar (-4,7 %), verzeichnete im März und April jedoch wieder Zuwächse von 1,3 % beziehungsweise 4,1 %. Insgesamt lag der Subindex damit rund 20,9 % über dem Vorjahresniveau. Die Kupferpreise gingen im Februar gegenüber dem Vormonat um 0,7 % zurück. Im März setzte sich diese Entwicklung mit einem weiteren Rückgang um 3,6 % fort, bevor die Preise im April 2026 wieder um 2,6 % anstiegen. Im Vorjahresvergleich lag der Kupferpreis im Februar 2026 um 39,0 % höher. Dieser Abstand verringerte sich im März auf 28,4 %, erhöhte sich im April jedoch erneut auf 39,6 %. Auch bei Aluminium wurden in den letzten Monaten deutliche Preissteigerungen beobachtet. Im März stieg der Aluminiumpreis um 9,9 %, im April um weitere 6,6 %. Preissteigerungen zeigten sich daneben auch bei Baumwolle und Wolle, deren Gewichtung innerhalb des Index jedoch geringer ausfällt. Die Zinnpreise setzten den zuvor beobachteten starken Anstieg nicht fort und blieben relativ stabil. Im Februar 2026 verringerte sich der Preis gegenüber dem Vormonat um 1,7 %. Im März folgte ein weiterer Rückgang um 2,4 %. Nach diesen leichten Rückgängen stieg der Preis im April 2026 wieder um 2,3 %. Über den gesamten Zeitraum lag der Preis allerdings weiterhin deutlich über den Vorjahreswerten: im Februar 2026 um 52,7 %, im März um 39,6 % und im April 2026 um 49,6 %.

 

Pressekontakt

Hamburgische WeltWirtschaftsinstitut

Dr. Anja Behrendt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin & Leitung Öffentlichkeitsarbeit

+49 40 340576-665

behrendt@hwwi.org

Ansprechpartner/-in

Hamburgische WeltWirtschaftsinstitut

Dr. Lea Bernhardt

Stv. Forschungsbereichsleiterin

bernhardt@hwwi.org